Was Kyllburg mit Hopfen und Bitburger zu tun hat

Was Kyllburg mit Hopfen und Bitburger zu tun hat

In der Geschichte der Bitburger Traditionsbrauerei spielt Kyllburg eine große Rolle. Die Stadt feiert ein Fest, um an die Kultur der Hopfen-Pflanze im Ort zu erinnern.

Eigentlich hat Kyllburg eine lange Hopfentradition: Bis 1905 sei die Pflanze in Kyllburg für die Brauerei Simon in Bitburg angebaut worden, erzählt Bürgermeister Wolfgang Krämer. In der Geschichte der Bitburger Traditionsbrauerei spielt der Ort eine große Rolle: Denn es war ein Kyllburger Brauer, Ludwig Bertrand Simon, der den Betrieb 1842 in zweiter Generation übernahm und den Brauerei-Ausschank "Zum Simonbräu" gründete. Das wissen nur heute nicht mehr viele. Denn die Kleinhopfenbauern sind Anfang des 20. Jahrhunderts aus Kyllburg verschwunden, aus den Hopfenterrassen entstanden Hausgärten.

"Wir wollen den Hopfen nach Kyllburg zurückholen", verkündet Krämer und lacht. Ab heute, 11. August, bis Samstag, 12. August, richtete die Offensive "Kyllburg dajeh" ihr zweites Hopfenblütenfest auf der Kyllbrücke aus. Los geht es am heutigen Freitag um 20 Uhr in Ullis Kneipe mit einer Lesung von Bernd Imgrund aus seinen Büchern "Kein Bier vor 4" und "Mein Haus in der Eifel - Vom Städter, der auszog, Batralzem zu trinken". Der Kölner habe sich ein altes Haus in der Stiftstraße gekauft, das er renoviere, erzählt Krämer.

Am Samstag startet um 14 Uhr eine geführte Wanderung vom Kyllburger Bahnhof über den Hopfenpfad zum Hopfenhaus in Malberg. Dort organisiert der Verein Dorfleben Malberg eine kleine Rast. Dann geht es zurück durchs Wiesental nach Kyllburg. Um 15 Uhr gibt es eine historische Führung durch Kyllburg in englischer Sprache: About Knights And Monks (Von Rittern und Mönchen). "Die Amerikaner mögen Mittelalterliches sehr gerne", sagt Krämer. 20 Personen seien bereits angemeldet. Um 16 Uhr wird der Bierbrunnen an der Brücke eröffnet, und abends ab 20 Uhr spielt die Kalio Gayo. Die Gruppe aus Holland mache Weltmusik und spiele eigene Kompositionen, erklärt Krämer.

"Und am späten Nachmittag wird dann zum zweiten Mal der Kyllburger Hopfenkaiser prämiert", sagt der Stadtbürgermeister und grinst. Der werde bei einem Quiz ermittelt. Der Sieger bekomme eine Hopfenranke auf den Kopf und ein Fässchen Bier. Außerdem können sich die Besucher historische Fotos aus dem Kyllburger Hopfenanbau anschauen.

Auch im Ortsbild wollen die Kyllburger die Pflanze präsentieren und haben den Anbau im Kleinen wieder aufleben lassen. In der Hochstraße rankt Hopfen aus Pflanzkübeln an Straßenlaternen hoch. Hinter der Verbandsgemeindeverwaltung hätten sie sogar einen kleinen Hopfengarten angelegt, erzählt Krämer. "Das ist klasse, um unseren Ort zu begrünen" - und an die Zeiten zu erinnern, in denen der Hopfen in Kyllburg seine Heimat hatte.Extra: ERSTER KYLLBURGER KRAUTWISCHRITT


Am Sonntag, 13. August, um 14 Uhr ziehen laut dem Stadtbürgermeister bis zu 100 Reiter beim 1. Kyllburger Krautwischritt in einer Prozession vom Bahnhof zur Stiftskirche. Dort findet eine Kräuterweihe statt. Die Krautwische werden danach an die Teilnehmer verteilt. Info: stadt-kyllburg.de

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