Was sich die Messe-Macher für den Beda-Markt 2018 einfallen lassen.

Regionale Wirtschaft : Die Kuh gehört dazu

Es wird anders. Und trotzdem bleibt sich der Beda-Markt treu. 2018 stellt die Messe-Macher vor eine besondere Herausforderung: Erstmals ist die Landwirtschaftsschau in Fließem.

Der Beda-Markt 2018 ist eine Zäsur. Erstmals in der fast 40-jährigen Geschichte der regionalen Leistungsschau von Handel, Handwerk und Landwirtschaft fehlen die Tiere, zumindest in Bitburg.

Nachdem die Rinder-Union West (RUW) ihre neue Auktionshalle in Fließem in Betrieb genommen hat, werden dort auch die Zuchttiere versteigert und Kühe, Kälber und Fleischrinder bei Wettbewerben prämiert.  Für die RUW war es sinnvoll, alles am Standort des Regionalzentrums in Fließem zu konzentrieren. Für den Beda-Markt ist das ein Verlust. Schließlich gehören Autos und Landmaschinen, Handel und Handwerk sowie Landwirtschaft und Vieh zu den traditionellen Säulen der Messe. Und nun?

Die Beda-Markt-Macher haben hinter verschlossenen Türen getagt. Dass es 2018 nicht mehr das übliche Treiben in und um die Auktionshalle in Bitburg geben wird, war klar. Aber die Landwirtschaft bleibt Teil der Messe.

„Wir sind bereit, zu kooperieren. Und wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg“, sagt RUW-Chef Gerd Grebener. So steht inzwischen fest, dass die RUW zusammen mit der Landwirtschaftskammer Trier ihre Frühjahrsmesse zeitgleich zum Beda-Markt plant – also am dritten Märzwochenende. Damit ist der erste Schritt gemacht. Nun gilt es, die Distanz zu überbrücken. Und da wird die Stadt helfen.

„Wir werden einen kostenlosen Pendelservice einrichten, der dann auch das RUW-Regionalzentrum in Fließem ansteuert“, sagt Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels. Den Service soll es wie üblich am besucherstärksten Tag der Messe geben, am Sonntag. Neu ist, dass die Busse nun nicht nur im Zehn-Minuten-Takt zwischen Innenstadt, Flugplatz und den Autohäusern auf Merlick pendeln, sondern eben auch nach Fließem und zur Bitburger Auktionshalle. Denn auch dort gibt es Programm.

Im Arbeitskreis der Messe-Macher ist die Idee entstanden, dort ein Schleppertreffen auszurichten. „Wir wollen auch den Bereich rund um die alte Auktionshalle beleben. Die Besucher sind ja gewöhnt, diese Wege zu gehen“, sagt Elfriede Grewe, Leiterin der städtischen Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft (BVB). Und für diese neue Ausstellung alter Traktoren und Landmaschinen waren auch schnell Organisatoren gefunden:  die Geschäftsführer der Bürogemeinschaft Pütz und Gasper, Sachverständige für Fahrzeuge und Landmaschinen.

„Wir haben ja beruflich viele Kontakte zu Besitzern von Landmaschinen“, sagt Winfried Pütz. Das Ziel, das er mit seinem Kompagnon Franz Josef Gasper erreichen will: 80 bis 100 alte Traktoren zum Beda-Markt zu zeigen. Auch für Rahmenprogramm sowie Essen und Getränke wollen die beiden rund um die alte Auktionshalle sorgen. „Der Ursprung des Beda-Markts war ja eine Landmaschinen-Schau. Es wäre einfach schade, wenn das ganz in Bitburg wegfällt“, sagt Pütz und erklärt: „Man kann nicht immer nur erwarten, dass andere es richten. Wir wollen mitanpacken.“

Wie gewohnt läuft’s beim Handwerk. Organisator Rudolf Rinnen, Marketing-Chef Volksbank Eifel, rechnet mit 100 bis 110 Ausstellern. Hinzu kommen Kunsthandwerker: „Wir überlegen erstmals, ob wir ein größeres Zelt aufstellen sollen“, sagt Rinnen. 3500 statt der sonst üblichen 2500 Quadratmeter. Drinnen wird es jenseits der Ausstellung auch wieder Live-Musik geben – wenn die Ausstellung schließt, beginnt die Party. Auch das gehört zum Beda-Markt. Ähnlich wie die Fitness- und Gesundheitsmesse in der Stadthalle, die sich als vierte Säule etabliert hat. Auch die wird es nächstes Jahr wieder geben.

Die Auto-Händler, die 2017 erstmals Food-Trucks rund um die Automobilausstellung integriert haben, feilen weiter am Konzept. Ein Konzept, das dieses Jahr von fünf Händlern auf die Beine gestellt wurde, um die Auto-Schau überhaupt zu retten – nachdem immer weniger Händler zu dem zusätzlichen Aufwand bereit waren, sich nicht nur im Autohaus, sondern auch mitten in der Stadt zu präsentieren (der TV berichtete). Für Ralph Flegel, Geschäftsleiter beim Autohaus Eifel-Mosel, kommt das nicht in Frage.

„Uns ist es wichtig, raus zu den Kunden zu gehen, uns nicht nur in unseren Autohäusern, sondern auch mitten in der Stadt zu präsentieren und den direkten Kontakt zu Autoliebhabern zu suchen“, sagt Flegel. Anders als dieses Jahr, wo es Kritik an den kleinen Zelten gab, plant die Händlergemeinschaft für 2018 wieder mit einem großen Zelt. Flegel erklärt: „Wir wollen wieder eine integrierte Lösung, wo die Autos wie auch der Aufenthaltsbereich mit Möglichkeiten zum Essen und Trinken unter einem Dach sind.“ Nach unbestätigten TV-Informationen soll ein Zirkuszelt im Gespräch sein. Na, dann: Manege frei!

Besitzer alter Traktoren, die sich am ersten Schleppertreffen zum Beda-Markt 2018, 17./18. März, beteiligen wollen, können sich bei Winfried Pütz und Franz Josef Gasper, Telefon 06561/96690, oder per Mail an info@puetz-gasper.de anmelden.