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Was sich mit der Müllreform geändert hat

Kostenpflichtiger Inhalt: Abfall : Müllreform in der Eifel: Von teuren Tonnen und dicken Säcken

2020 bringt eine Müllreform mit, die vielen Menschen in der Eifel stinken wird. Vor allem Vielverbraucher müssen mit deutlich höheren Kosten rechnen.

Deckel auf, Müllbeutel rein, Deckel zu. Doch Halt, das geht nicht mehr so richtig, denn schon wieder ist die Tonne randvoll.

Vor dem Problem werden demnächst wohl einige Eifeler stehen. Denn viele haben eine deutlich kleinere Tonne bekommen, für die sie nun auch noch mehr zahlen müssen. Seit diesem Jahr wird es sich jeder wohl zweimal überlegen, ob er die Tonne an den Straßenrand rollt. Denn jede Leerung ist nun kostbar.

Neu in Sachen Müll im Eifelkreis ist, dass nun 13 Leerungen im Jahr zwingend von jedem Haushalt bezahlt werden müssen. Und zwar mit 81,56 Euro im Jahr für eine 80-Liter-Tonne, 107,02 Euro für eine 120-Liter-Tonne und 133,72 Euro für eine 240-Liter-Tonne. Jede weitere Leerung kostet nun je nach Gefäßgröße 9,48 Euro (80 Liter), 10,76 Euro (120 Liter) oder 12,04 Euro (240 Liter).

Mit dem neuen System wird es bei gleichem Müllverbrauch im Eifelkreis für alle teurer. Bislang wurde hier schließlich nach Bedarf bezahlt. Zu einer Grundgebühr von 40 Euro kamen Leerungskosten von 1,55 Euro bei einer 80-Liter-Tonne, 2,15 Euro für einen 120-Liter-Behälter und 3,90 Euro für eine 240 Liter fassende Graue Tonne. Bei 13 Leerungen im Jahren waren demnach insgesamt 60,15 Euro für 80-Liter-Gefäße, 67,95 Euro für 120-Liter-Behälter und 90,70 Euro für 240-Liter-Tonnen fällig.

Für Vielverbraucher, beispielsweise Familien mit Windelkindern oder inkontinenten Angehörigen ist die Mehrbelastung noch deutlicher zu spüren. Ein zweiwöchiger Turnus mit 26 Leerungen ist mit 204,80 Euro bei 80 Litern, 246,90 Euro bei 120 Litern und 290,24 Euro bei 240 Litern nun ungefähr doppelt so teuer wie zuvor.

Foto: TV/Schmitz, Alexandra

Extra sparen kann nun mehr als zuvor, wer Müll vermeidet und zudem den Bio- vom Restmüll trennt. Entsprechende 10-Liter-Papiertüten sowie Sammelbehälter sind kostenlos erhältlich und können ähnlich wie Glasmüll an Sammelstellen an vielen Standorten im gesamten Kreisgebiet abgegeben werden.

Zwar kann auch mit einer kleineren Tonne Geld gespart werden, aber nicht jeder bekommt die Tonnengröße, die er möchte. Karin Kielholtz, Pressesprecherin vom Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) erklärt: „Pro Woche und Person müssen mindestens 10 Liter als Behältervolumen für Restabfall vorgehalten werden.“

Die gängigste Restmülltonne im Eifelkreis war vor der Änderung das große 240-Liter-Behältnis, wahrscheinlich weil es zuvor den geringsten Müllpreis pro Liter bot. Da sich neben Leerungskosten nun auch die Grundgebühren nach Tonnengröße berechnen, ist für viele sicherlich der Umstieg auf eine kleinere Tonne sinnvoll. „Viele haben sich aufgrund der Systemumstellung für einen Wechsel entschieden“, sagt Kielholtz. Die alten Tonnen seien in den letzten Tagen bereits vom ART abgeholt worden oder werden bis zum 31. Januar noch abgeholt.

Auch bei den Gelben Säcken wird es künftig eine Änderung geben. ART-Verbandsdirektor Maximilian Monzel sagt bei der jüngsten ART-Verbandsversammlung: „Wir werden die Zulieferer der Gelben Säcke auffordern, die Qualität derselben zu erhöhen. Die Stärke des Tütenplastiks muss erhöht werden, damit die Gelben Säcke nicht mehr leicht reißen und das Mülltrennen einfacher wird.“ Auch werde es aufgrund fehlenden Rückhalts bei den Kunden laut bis 2023 zumindest keine Gelben Tonnen geben.

Windelsäcke, wie es sie kostenlos im Vulkaneifelkreis und gegen eine kleine Gebühr unter anderem in Trier gibt, werden auch im Eifelkreis diskutiert. Die satzungsrechtliche Grundlage, Windelsäcke als zusätzliche Müllgefäße zuzulassen besteht bereits beim ART. Der Abfallzweckverband errechnete ebenfalls bereits ein kostendeckendes Entgelt für die Abholung dieser Säcke, das bei 3 Euro pro Sack liegt.

Die SPD-Kreistagsfraktion ließ nun vom ART prüfen, inwieweit Härtefallregelungen für Familien mit Neugeborenen und Pflegebedürftigen umgesetzt werden können. Ob und welche Regelung es nun geben wird, soll in der heutigen Sitzung des Umweltausschusses entschieden werden.

Die FDP-Fraktion bringt ebenfalls einen Antrag zum Thema Müll ein. Die Freidemokraten fordern, die Anzahl der Pflichtleerungen von nun 13 auf sechs zu reduzieren, um Müllsparer stärker zu entlasten.