Was wird denn nun am Rautenberg?

Was wird denn nun am Rautenberg?

Weil die Stadt Bitburg das seit fünf Jahren geplante Rautenberg-Zentrum noch immer nicht abgesegnet hat, setzt der Grundstückseigentümer jetzt ein Ultimatum und verlangt im Fall einer Absage Schadensersatz.

Bitburg. "Wenn ich das wüsste, dann würde ich mein Geld mit anderen Dingen verdienen", antwortet Jürgen Kramp auf die Frage nach dem derzeitigen Stand der Dinge.

Vor fünf Jahren hat der Projektentwickler aus Drolshagen sein Konzept des Rautenberg-Zentrums in Bitburg zum ersten Mal vorgestellt. "Der Wunsch der Stadt Bitburg war es damals, diesem Krebsgeschwür Saarstraße Einhalt zu gebieten", sagt Kramp, "und deshalb so nah wie möglich an der Innenstadt ein Fachmarktzentrum zu errichten."

Verbindliche Zusage bis 31. Juli gefordert



Vorgesehen war dafür das derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Grundstück gegenüber dem Parkhaus Neuerburger Straße, dessen Eigentümer Otto Freiherr Hiller von Gaertringen ist. Und eigentlich sollte dieses Grundstück schon längst im Besitz des Projektentwicklers sein, doch weil es seitens der Stadt noch immer keine Zusage gebe, sei der Kaufpreis bislang auch noch nicht gezahlt worden, sagt Hiller von Gaertringen.

"Auf Wunsch der Stadt wurde das Projekt ja sogar aufgesattelt", ärgert er sich. So hatte der Stadtrat entschieden, das Rautenberg-Zentrum nur dann zu genehmigen, wenn gleichzeitig ein Wohngebiet unmittelbar daneben entwickelt werde.

Notwendig waren dafür weitere Grundstücksflächen und somit auch der Abriss von zwei Wohngebäuden, die ebenfalls im Besitz des Freiherrn Hiller von Gaertringen sind. Diese stehen nach wie vor, sind aber seit einigen Jahren nicht mehr vermietet. "Wir haben damals alles gemacht, damit die Wohnungen so schnell wie möglich leer werden", sagt der Eigentümer, der mit einem Ultimatum der Warterei jetzt ein Ende setzen will. In einem Schreiben an den Bürgermeister fordert er bis spätestens 31. Juli eine rechtsverbindliche Zusage. Werde es bis dahin keine Entscheidung oder aber seitens des Stadtrats eine Ablehnung des Projekts geben, so werde er Schadensersatz fordern, kündigt Hiller von Gaertringen an. Allein durch den Mietausfall sei ihm bislang ein Verlust von über 50 000 Euro entstanden. Hinzu kämen die Kosten für die Instandsetzung der seit Jahren leer stehenden Wohnungen sowie der Zinsausfall für den Grundstückverkauf.

Bei einer Entscheidung gegen das Rautenberg-Zentrum dürften aber noch weitaus höhere Summen auf die Stadt zukommen. Denn auch Kramp erklärt, im Fall einer Absage Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Er hoffe allerdings nach wie vor, sein Projekt zu realisieren. "Sollte sich da allerdings ein völliges Umdenken eingestellt haben, dann muss man sich dem auch stellen."

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