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Waschen, schneiden, siegen

Waschen, schneiden, siegen

Premiere: Der Wettbewerb "Tag des Friseurs" wird nach einigen Jahren in der Bitburger Stadthalle erstmals in der Prümer Karolingerhalle ausgerichtet.

Prüm Hoch im Norden von Rheinland-Pfalz hat der Landesverband Friseure & Kosmetik (LIV) im Prümer Konvikt 2009 seine Verwaltung eingerichtet. Seit dem Wegzug von Koblenz wurden die jährlich ausgerichteten Landeswettbewerbe beim "Tag des Friseurs" allerdings stets in der Bitburger Stadthalle ausgerichtet - in diesem Jahr wird aber alles anders.
"Wir waren nun einige Jahre in Bitburg und wollten jetzt mal was Neues probieren und ziehen deswegen in die Karolingerhalle um", sagt Dirk Kleis, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands Rheinland.
Statt in Bitburg werden also in der Abteistadt am Sonntag, 26. März, die Scheren und Föhne zum freundschaftlichen Wettkampf gezückt.
"Für die Teilnehmer und Besucher ist das sicher kaum eine große Sache", sagt Kleis. Der Einzugsbereich des LIV sei so groß, dass die Anfahrt nach Prüm wohl keinen großen Unterschied ausmache. Viele Berufsanfänger werden sich aber sicher freuen, dass der Tag im Norden von Rheinland-Pfalz geblieben ist, denn auffallend viele Auszubildende aus dem näheren Umland nehmen am Wettstreit der Lehrlinge teil.
Nicht allein, weil die zuständige Innung Westeifel beim "Tag des Friseurs" Partner des LIV sei, sagt Kleis. Viele Auszubildende nutzten eben die Chance, sich erstmals zu erproben: "Wenn die Wege kurz sind, kommt ihnen das natürlich entgegen. 19 junge Leute nahmen voriges Jahr in der Kategorie der Auszubildenden teil, drei Viertel von ihnen kamen aus den Bereichen der Innungen Westeifel, Bernkastel-Wittlich und Trier."
Landesinnungsmeister Guido Wirtz motiviert den Nachwuchs zur Anmeldung: "Wir freuen uns, wenn möglichst viele den Tag nutzen und Freude am kreativen Arbeiten auf der Bühne haben", sagt er.
Zwar läuft die Anmeldefrist am Mittwoch, 15. März, aus, Kleis merkt aber an, dass man hier sehr flexibel sei. "Wer kurzfristig entscheidet, mitmachen zu wollen, soll sich nicht scheuen, wir nehmen auch Nachzügler mit auf."
Übrigens gebe es keine Beschränkungen auf ein Ausbildungsjahr: "Es gab Jahre, in denen bei uns Lehrlinge schon nach drei Monaten mit auf der Bühne standen - alles ist möglich." Ziel sei, die jungen Leute in ihrer Kreativität zu fördern, sie mit Zeitdruck zu konfrontieren und auch das Image des Berufs ins richtige Licht zu rücken.
"Es ist auffallend, dass in Umfragen zum Berufswunsch gerade bei Mädchen das Friseurhandwerk immer die obersten Plätze belegt. Die tatsächlichen Abschlusszahlen spiegeln das aber nicht unbedingt wider."
Besonders aus finanziellen Erwägungen sei der Beruf etwas ins Hintertreffen geraten.
"Es zeigt sich aber, dass gerade die Auszubildenden, die häufig an Wettbewerben teilnehmen, auch die besten Abschlussergebnisse aufweisen. Nicht selten gehen sie später erst mal gar nicht in einen Salon", sagt Kleis. Wettbewerbe seien nicht selten eine Art Sprungbrett in einen ganz anderen Bereich: "Es gibt einen riesigen Markt für Schaufriseure."
Die großen Haarpflegeunternehmen würden sich gezielt auf Veranstaltungen umschauen und "plötzlich öffnen sich ganz andere Karrieremöglichkeiten."