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Wasser Marsch - auch ohne Feuer!

Wasser Marsch - auch ohne Feuer!

Viele Uniformen tummeln sich am Samstag im Waldgebiet Nähe Niersbach. Der Grund: ein Waldbrand mit Personenschaden. Zugegebenermaßen gibt es weder ein Feuer noch eine verletzte Person - hier wird der Ernstfall geprobt.

Herforst/Niersbach/Speicher. Samstagnachmittag: "Das ist die erste kreisübergreifende Übung seit acht Jahren", erklärt stellvertretender Wehrführer der Herforster Feuerwehr Sascha Ewertz. "Leider ohne Sirene, aus Versicherungsgründen."
Zeitgleich starten in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land und der Verbandsgemeinde Speicher circa vierzehn Feuerwehren mit ungefähr 50 Einsatzkräften. Trotz Übung wird nicht getrödelt, denn im Ernstfall zählt jede Sekunde. Die angenommene Lage: ein Waldbrand, später Personenschaden. Alles geht schnell: Erstalarmierung, Erhöhung auf Stufe drei, Nachalarmierung.
Stephan Christ, Wehrleiter von Wittlich-Land, übernimmt die Einsatzleitung. Viele Wehren erfordern Koordination und Absprache. Der Plan: Einheiten aus der Erstalarmierung sollen das Wasser aus dem Dörbach über eine circa 1500 Meter lange Strecke befördern. Der Einsatz von sechs Pumpen ist geplant.
Anfangs kommt bei der Feuerwehr Arenrath kein Wasser an. Was ist da los? "Alles ganz normal", erklärt Christ, "wir gehen von theoretischen Werten aus, in der Praxis muss man oft improvisieren." Und das geht schnell, eine weitere Pumpe lässt das Wasser die circa 100 Meter Höhenunterschied von der Entnahmestelle zum simulierten Brandherd fließen. Im Einsatzabschnitt eins klappt also alles. Aber was machen die Wehren im zweiten Einsatzabschnitt? "Es scheint gut zu funktionieren", erklärt Sascha Ewertz. "Auf dieser Seite ist ein Pendelverkehr eingerichtet, das Wasser kommt aus den Löschfahrzeugen. Es wird ein provisorisches Löschwasserbecken aufgestellt."
Während der Übung kommt eine Meldung über Funk von Revierförster Hermann Linden: Eine verletzte Person befindet sich auf unwegsamem Gelände. Wieder simuliert, wieder ein Einsatz wie im Ernstfall: Nach zwölf Minuten ist die verletzte Person gefunden, neben der Feuerwehr ist zur Rettung auch das DRK-Heckenland im Einsatz: "Als First Responder - also Ersthelfer vor Ort - ergreifen wir erste lebensrettende Maßnahmen", erklärt Bereitschaftsleiter Bastian Klein. Ohne Zwischenfälle wird die Person gerettet, auch der Waldbrand ist gelöscht: Ende der Übung um 16.35 Uhr nach einer Stunde und 40 Minuten. Fazit von Einsatzleiter Stephan Christ: "Am Anfang hat es etwas an der Funkdisziplin gehapert, das hat sich aber eingependelt. Ansonsten eine komplett gelungene Übung!" Auch in Herforst ist man zufrieden, dennoch schwingt dort die Sorge wegen des Personalmangels mit: "Im Ernstfall und bei einem Waldbrand dieser Größe fehlt es einfach an Einsatzkräften", sagt Sascha Ewertz. Wolfgang Ewertz schließt sich an: "Stellen Sie sich vor, es brennt - und niemand geht hin!"
Die Feuerwehr Herforst sucht Männer und Frauen für das Ehrenamt. Informationen erhalten Sie bei Wolfgang und Sascha Ewertz unter 06562/ 9319084.