Wasser weg, Tiere tot

SCHÜLLER. Der Dorfweiher am Ortsausgang von Schüller ist Anfang der Woche im Zuge der Straßenbauarbeiten (der TV berichtete) trockengelegt worden. Nicht alle seiner Bewohner haben das überlebt, der Tierschutzverein Vulkaneifel kritisiert mangelhafte Planung.

Vom Schlamm befreit, im Trockenen verendet: Etliche Tiere haben die Entwässerung des Schüllerer Weihers nicht überstanden. "Irgendwas ist da schiefgelaufen", sagt Peter Busko aus Feusdorf, zweiter Vorsitzender des Tierschutzvereins Vulkaneifel. Abgelassen, aufgefüllt

Schiefgelaufen oder nicht - auf jeden Fall ist etwas abgelaufen, und zwar das Wasser. Bereits im April fand der Verein Grund, sich zu ärgern: Damals wurde der Pegel im Zuge des Straßenbaus erstmals abgesenkt, damit an der Böschung gearbeitet werden konnte - allerdings tiefer, als mit der Kreisverwaltung Daun abgestimmt. Der Tierschutzverein schritt ein - "und wir haben daraufhin gefordert, dass der ursprüngliche Pegelstand umgehend wiederhergestellt wird. Die Ortsgemeinde hatte das aber ohnehin bereits veranlasst", sagt Irmgard Frein-Oyen, Landespflegerin bei der Kreisverwaltung. Danach vereinbarten Kreis, Landesbetrieb Straßen und Verkehr, Orts- und Verbandsgemeinde, mit weiteren Arbeiten bis in den Herbst zu warten. Nun ist der Teich leer, einige Fische sind dennoch verendet - und erneut kritisieren Busko und die anderen Tierschützer, "dass man das so lapidar handhabt." Immerhin gebe es Vorschriften zum Erhalt der Fische und weiteren Lebewesen, darunter, wie in Schüller, Frösche, Libellen und Krebse. Die Aktion sei nicht richtig geplant gewesen: "Man hätte uns mit einbeziehen können", sagt Busko. "Zumal wir das dem Kreis auch angeboten haben." "Wir sind aber nicht der Maßnahmeträger", sagt indessen Heinz-Peter Hoffmann, Kreis-Abteilungsleiter für Naturschutz und Landespflege. "Unsere Aufgabe besteht deshalb auch nicht darin, vor Ort Arbeitsabläufe abzustimmen, sondern lediglich in der Einhaltung und Überwachung der artenschutzrechtlichen Bestimmungen." Keine geschützten Fische im Weiher

Und deshalb habe die Kreisverwaltung im Frühjahr während der Laichzeit auch nur einer Wasser-Absenkung um 30 Zentimeter zugestimmt, damit die Baufirma an der Böschung arbeiten konnte, zugleich aber der Tierbestand nicht gefährdet werde. "Jetzt sind wir aber im Oktober", sagt Hoffmann. Zudem, ergänzt Irmgard Frein-Oyen, handele es sich beim Schüllerer Weiher nicht um ein natürliches Gewässer, in dem artengeschützte Fische deshalb auch nicht unbedingt zu vermuten seien. Auch Ortsbürgermeister Stefan Bungartz weist die Kritik zurück: "Der Teich muss entschlammt werden. Das ist das letzte Mal vor 30, 35 Jahren passiert." Dass sich dabei niemand um die Lebewesen gekümmert habe, lässt er nicht gelten: Etliche Fischer und andere Jagdgenossen, berichtet Bungartz, hätten mehrfach Tiere entnommen und umgesiedelt. Dabei seien aber beim besten Willen nicht alle Teichbewohner zu retten gewesen: "Wenn du das Wasser ablässt, kommt da noch Tage später irgend ein Lebewesen aus dem Schlamm gekrochen", sagt Stefan Bungartz. "Das ist eben so. Um das völlig zu verhindern, muss man mit dem Feldbett daneben schlafen."