Wassergebühren im Eifelkreis steigen weiter

Kostenpflichtiger Inhalt: Teure Versorgung wird noch teurer : Wassergebühren im Eifelkreis steigen weiter

Die Wasserpreise im Eifelkreis gehören schon jetzt zu den höchsten im Land. Für einige Bürger werden die Gebühren wohl um weitere 40 Euro teurer. Was auf die Haushalte zukommt.

Rund 111 Liter Wasser verbraucht ein Eifeler Haushalt am Tag. Und hat dafür bislang im Schnitt rund 235 Euro im Jahr gezahlt. Der Kreis ist in der Region damit bereits die teuerste Kommune. Im Kreis Bernkastel-Wittlich und im Vulkaneifelkreis knackte das Jahresentgelt nach Daten des Statistischen Landesamtes bislang nichtmal die 200-Euro-Marke.

Für die meisten Eifeler werden die Preise im nächsten Jahr aber wohl noch weiter steigen. Denn derzeit planen Versorger die Grundgebühr für Wasserzähler zu erhöhen. Und einige sogar den Wasserzins anzuheben. Das sind Kosten, die sowohl Hausbesitzer als auch Mieter treffen. Denn die Engelte sind als Newbenkosten umlegbar.

Beschlossene Sache ist bereits, dass der Preis für Haushalte steigen wird, die von den Kommunalen Netzen Eifel (KNE) versorgt werden. Der Kreistag hat jüngst abgesegnet, dass die Grundgebühr für den am weitesten verbreiteten Wassermesser des Typs „Qn 2,5“ (siehe Info) künftig auf 120 Euro im Jahr steigen wird.

Für die Bürger in den Verbandsgemeinden Arzfeld, Prüm, sowie in Teilen des Bitburger Landes, der ehemaligen VG Neuerburg und der VG Obere Kyll bedeutet das eine Erhöhung von jährlich 36 Euro. Ähnliches kommt womöglich auch auf den Rest des Bitburger Landes und die Region Speicher zu. Denn auch die Werkausschüsse der beiden Kommunen haben einstimmig einer sogenannten „Anpassung“ zugestimmt.

Im Bitburger Land sollen demnach  künftig 120 Euro je Wasseruhr im Jahr anfallen. Hier lag die Gebühr vorher bei 100 Euro. Die Speicherer kamen mit 50 Euro bislang wesentlich günstiger weg. Sollen ab 2020 aber immerhin mit 72 Euro pro Messgerät zur Kasse gebeten werden.

Zudem plant die Verbandsgemeinde als einzige auch den Wasserzins von 1,62 auf 1,85 Euro pro Kubikmeter anzuheben. Die Bürger in und um die Töpferstadt würden nach Berechnungen der Kommune somit rund 40 Euro im Jahr mehr für die Versorgung zahlen. Die VG bleibt für Wasserverbaucher daber immer noch bei weitem die günstigste (siehe Grafik).

Noch haben die jeweiligen Verbandsgemeinderäte nicht über die Pläne entschieden. Entscheidungen sollen am 10. und am 19. Dezember fallen.

Bei den Stadtwerken Bitburg und den Südeifelwerken ist derweil keine Erhöhung der Grundgebühren oder Wasserpreise geplant, wie Behörden erklären. Doch warum ziehen die Preise dann in den anderen Gemeinden an?

Natürlich versprechen sich die jeweiligen Werke Mehreinnahmen. Bei den Kommunalen Netzen wären das rund 865 390 Euro im Jahr, bei den Speicherer Werken 156 826 Euro und bei den Werken des Bitburger Landes immerhin 120 000 Euro. Warum so viel mehr Geld für die Wasserversorgung nötig ist?

Unter anderem verweisen die Verwaltungen auf ständig steigende Kosten im Tiefbausektor. Das heißt: Verlegung, Sanierung und Bau von Leitungen koste heute erheblich mehr als noch in der Zeit aus der die jetzigen Gebühren stammen. Teilweise sei die letzte Erhöhung Jahrzehnte her.

Desweiteren erforderten anstehende Investitionen ins Netz mehr Kapital. So plant etwa die VG Speicher in den Jahren 2020 und 2021 den Ausbau der Lindenstraße und der Bahnhofstraße in der Stadt – samt einer Erneuerung des Kanalsystems. Zudem seien Kläranlagen, Pumpwerke und Hochbehälter in die Jahre gekommen.

Auch bei den Kommunalen Netzen stehen Projekte an. Monika Hau, Vorstandsmitglied, erklärt das mit dem Klimawandel. Denn durch zunehmende Trockenheit werde deutlich mehr Wasser verbraucht. Deswegen müsse dringend Geld in Gewinnungs- Speicher- und Verteilungsanlagen gesteckt werden, um die Versorgung zu sichern. Auch Wartung, Verschleiß und Kontrollen dieser Geräte und Gebäude schlügen zu Buche.

Offen lässt Hau, ob die Bürger in den kommenden Jahren vielleicht noch mehr beisteuern müssen. Bis 2023, verspricht die KNE-Sprecherin zwar, seien keine Preisanpassungen zu erwarten. Was danach passiere, sei aber unklar.

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