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Wat woar daat eawa en sching Zeijt

Wat woar daat eawa en sching Zeijt

Röhl. (am) Bei herrlichem Sonnenschein präsentierte Röhl bei seinem Heimatfest die "gute, alte Zeit". Besonders viel geredet wurde über die Zeit von "dumoals".

Eröffnet wurde das Röhler Dorf- und Heimatfest am Samstagabend mit dem Ruf "Et fängt uuhn!" Von der prompten Antwort "Das noach ze freh!", ließ sich Ortsbürgermeister Klaus Proost nicht beirren und begrüßte die Gäste. Besonders viele ehemalige Röhler haben sich in dem Eifeldorf getroffen. Es gab viel zu bereden "iewa dumoals". Der Historiker Stefan Krütten führte die Zuhörer mit seinen Beiträgen durch die "gute, alte Zeit". Musikalisch aufgelockert wurden die Vorträge vom Pfarrchor Sülm/Röhl sowie von Tänzen der Senioren-Gymnastikgruppe und der Tanzgruppe des Karnevalsvereins "Die Hupfdohlen". Und auch Gedichte und Texte in Mundart vom Eifeldichter Bernhard Lemling durften nicht fehlen. Der Sonntag des Heimatfestes wurde mit einem Festgottesdienst eingeläutet. Der nigerianische Pater Adolpho feierte mit der Gemeinde die Messe. Nach dem Gottesdienst ließen sich 300 Besucher das Festmenü schmecken. Zu "Grillschunk un Kaapestiertisch" gab es ein Platzkonzert des Musikvereins "Eifelland Röhl" und Tänze der Tanzgruppe FC Röhl. Dann wurde endlich die mit Spannung erwartete Bildergalerie eröffnet und sorgte für reichlich Gesprächsstoff bei den Gästen. Die "gute, alte Zeit" in bildlicher Form weckte so manche schöne Erinnerung. Angeregt wurde diskutiert und erzählt. Gleichzeitig nahmen auf der Bühne, die zu einer alten Wohn- und Spinnstube hergerichtet war, zehn Frauen in historischen Kleidern Platz. Unter ihnen die 91-jährige Anna Zimmer, zweitälteste Bürgerin von Röhl. Die "Spinnerinnen" zogen besonders Kinder in ihren Bann. Fasziniert schauten die Kleinen den gleichmäßig und ruhig laufenden Rädern zu. Bereitwillig gaben die älteren Frauen Auskunft über das Handwerk am Spinnrad. So erklärte Annemarie Lemling die Funktion der verschiedenen Spinnräder und berichtete über das Färben der Wolle. "Ich nehme Zwiebelschalen für ein helles Braun, rote Rüben für Rot, und verschiedene Blätter zum Einfärben von Grün", erläuterte sie die verschiedenen natürlichen Farbsubstanzen. "Eine rundum gelungene Veranstaltung", bilanzierten die Organisatoren. Aufgrund der hervorragenden Resonanz werden sie über eine Neuauflage des Dorf- und Heimatfestes nachdenken.