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Waxweiler für Wettbewerb in den Startlöchern

Waxweiler für Wettbewerb in den Startlöchern

Die nächste Ausgabe des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" beginnt im Frühjahr. Schon jetzt ist abzusehen, dass es eine rege Beteiligung geben wird. Voraussichtlich werden zehn Gemeinden dabei sein, auch aus Waxweiler gibt es positive Signale.

Waxweiler/Bitburg. "Es zeichnet sich ab, dass aus allen Verbandsgemeinden Dörfer mit dabei sein werden", sagt Edgar Kiewel, der bei der Kreisverwaltung den Dorfwettbewerb betreut. Aus rund zehn Gemeinden habe er bislang positive Rückmeldungen erhalten. "Das ist ein ganz passables Ergebnis." Im vergangenen Jahr gingen elf Gemeinden ins Rennen. Noch bis zum 1. März läuft die Frist, danach stehen die Teilnehmer fest. Daher reist Kiewel derzeit durch die Gemeinden und stellt den Wettbewerb vor. Jüngste Station: Waxweiler mit seinen 1000 Einwohnern.
Waxweiler hat großes Potential


"Wir sollten jetzt Nägel mit Köpfen machen", sagt Ortsbürgermeister Klaus Juchmes. Seit Jahren plane man die Teilnahme, schiebe sie aber angesichts des großen Aufwands immer wieder vor sich her. Doch nun soll es endlich konkret werden, daher hat man das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats gesetzt und Kiewel zur Sitzung eingeladen, in der er über den Wettbewerb im Allgemeinen und die Erfolgsaussichten Waxweilers im Speziellen informiert hat. Und die sind gar nicht schlecht, weshalb es für Kiewel höchste Zeit für eine Teilnahme ist. "Das Schieben hat jetzt 30 Jahre gedauert", sagt Kiewel. Dabei könne sich die Gemeinde wirklich sehen lassen und habe einige Pfunde, mit denen man wuchern könne.
Denn der Wettbewerb sei nicht mehr wie früher ein reiner Verschönerungswettbewerb, wo es vor allem um den tollsten Blumenschmuck und die hübschesten Vorgärten ging. Ein viel größeres Gewicht liege mittlerweile darauf, wie die Orte dem demografischen Wandel begegneten, welche wirtschaftlichen Initiativen es gebe und wie stark das bürgerschaftliche Engagement sei.
Allein in diesen Bereichen werde mittlerweile die Hälfte der insgesamt 100 Punkte vergeben. "Gerade bei Wirtschaft, Tourismus und Gewerbe hat Waxweiler ein großes Potenzial", sagt Kiewel. Unter anderem hat Waxweiler einen Ferienpark, ein Freibad und mit dem Devonium ein hervorragendes Museum.
Zudem habe der Ort in den vergangenen Jahren von der Dorferneuerung profitiert, bei der viele alte Häuser renoviert worden sind. Er könne daher nur die Teilnahme empfehlen. "Der Wettbewerb ist für alle Gemeinden sinnvoll", sagt Kiewel. Er biete die Gelegenheit, das eigene Dorf zu analysieren und Stärken und Schwächen zu erkennen, an denen man im Anschluss arbeiten könne.
Nicht nur im Gemeinderat trifft Kiewel auf offene Ohren. Auch der Gewerbeverein würde eine Teilnahme begrüßen: "Das wäre gut, um den Leuten zu zeigen, was wir noch alles im Dorf haben", sagt Irmburg Schaus vom Vorstand. "Von daher sollten wir das nicht auf die lange Bank schieben."
Erfreut nimmt der Ortsbürgermeister die positive Grundstimmung zu Kenntnis: "Ich denke, wir sollten die Vorarbeiten angehen und uns auf den Weg machen." Die definitive Entscheidung über die Teilnahme soll in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats getroffen werden - an diesem Abend war der Rat nicht beschlussfähig. Stimmt er zu, wird die Bewertungskommission voraussichtlich Mitte Mai den Ort besuchen.Meinung

Mehr als eine Nabelschau
"Unser Dorf hat Zukunft": Dieser Wettbewerb wird oft als kreis-, landes- oder bundesweiter Vergleich zwischen Dörfern verstanden - doch er ist viel mehr. Denn die Teilnahme bietet für die Gemeinden die Chance, den alltäglichen Trott zu unterbrechen und die eigene Situation umfassend zu analysieren: Wo sind die eigenen Stärken? Was liegt noch im Argen? Was kann getan werden, um das Leben im Dorf besser und attraktiver zu machen? Viel wichtiger als adrette Vorgärten und hübsche Blumenkübel ist dabei eine aktive Gemeinschaft. Wird beim Wettbewerb diese Gelegenheit genutzt, zählt jede Gemeinde zu den Siegern - völlig egal, welche Platzierung am Ende dabei herausspringt. c.brunker@volksfreund.deExtra

Der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hat im vergangenen Jahr seinen 50. Geburtstag gefeiert. Seit 1961 engagieren sich die Bürger in den teilnehmenden Orten für ein aktives und lebendiges Dorfleben - zunächst unter dem Namen "Unser Dorf soll schöner werden". In der DDR hieß der Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden - mach mit". Seit den 90er Jahren heißt er "Unser Dorf hat Zukunft". Teilnehmen können alle Gemeinden mit dörflichem Charakter mit bis zu 3000 Einwohnern. Auch die Eifel kann überregional erfolgreiche Teilnehmergemeinden vorweisen. So belegte Wolsfeld 2009 auf Landesebene einen ersten Platz, 2010 wurde Ehlenz, 2011 Dudeldorf Dritter. 2007 erreichte Metterich auf Bundesebene einen zweiten Platz und bekam auf EU-Ebene eine weitere Sonderauszeichnung. "Die Eifeldörfer können sich durchaus sehen lassen", sagt Edgar Kiewel. Weitere Informationen im Internet unter www.dorfwettbewerb.bund.de/de ch