Weder Stadtresidenz noch Südloggia in Sicht

Weder Stadtresidenz noch Südloggia in Sicht

Mit zwei von einander unabhängigen Bauprojekten sollen auf der Brache in der Bitburger Bahnhofstraße hochwertige Wohn- und Geschäftsräume geschaffen werden. Wie diese dann aussehen, sollte eigentlich schon längst erkennbar sein, doch der Beginn der Bauarbeiten lässt noch auf sich warten.

Bitburg. Eine gesunde Grundausstattung an Fantasie kann nicht schaden. Vor allem mit Blick auf das, was in der Bahnhofstraße entstehen soll. Denn dort ist es derzeit nur bedingt attraktiv, was durch die Verwirklichung zweier Bauvorhaben geändert werden soll.

So plant zum einen die Firma Wirtz Massivhaus, gemeinsam mit den Unternehmen UVB und Beda-Regiebau auf der brach liegenden Fläche gegenüber der Volksbank-Filiale den Bau der so genannten Stadt-Residenz-Bitburg. Unmittelbar daneben wartet die vom Ingenieurbüro Ralf Karst konzipierte "Südloggia" auf ihre Realisierung.

Die Stadtresidenz sieht sich als "Lebensraum für Generationen", wohingegen die Südloggia ein "smartes Zukunftshaus" werden soll. Beide Gebäude bieten Eigentumswohnungen und sollten laut ursprünglicher Planung bereits stehen oder zumindest im Bau sein.

Doch weil die Bauherren ihr Konzept zwischenzeitlich komplett überarbeitet haben, ist in beiden Fällen nun frühestens zum Ende dieses oder zum Anfang des kommenden Jahres mit einem Baubeginn zu rechnen. An der fehlenden Nachfrage liege es aber nicht, denn diese sei "sehr groß", wie Wirtz-Massivhaus-Chef Peter Wirtz erklärt. Und das hänge nicht zuletzt auch mit der guten Verkehrsanbindung zusammen.

Relikt einer guten Verkehrsanbindung in früheren Tagen ist die Bahntrasse, die neben den Grundstücken von Residenz und Südloggia verläuft. Dort führen die Gleise auf der einen Seite in Richtung Erdorf - und auf der anderen ins Leere.

Bis vor einigen Jahren gab es eine Verbindung zum Flugplatzgelände, doch dann wurden die Gleise entfernt. Mit Durchgangsverkehr auf den Schienen müssen zukünftige Südloggia- und Residenzbewohner also nicht rechnen - es sei denn, Frank Lamparski kommt zum Zug.

Denn der Projektentwickler aus Luxemburg, der die ehemalige US Air Base in einen internationalen Frachtflughafen umwandeln will, verfolgt unter anderem auch den Plan, den Flugplatz wieder an die Bahnstrecke zwischen Trier und Köln anzuschließen. Und zwar für den Frachtverkehr. Vom Flugplatz durch Merlick und Südring nach Erdorf - und dabei dann vorbei an den schicken Eigentumswohnungen in der Bahnhofstraße.

Das ist der Plan des Mannes aus Luxemburg, der jedoch die beiden Planer aus Bitburg völlig kalt lässt. Wenn es überhaupt dazu komme, dann sei ja allerhöchstens mit ein paar Güterzügen pro Woche zu rechnen, erklärt Peter Wirtz. "Da wird bestimmt nicht jeden Tag ein Zug fahren", sagt er, und selbst wenn, so wäre das auch noch zu verkraften.

Ähnlich gelassen sieht das auch Ralf Karst. "Grundsätzlich wäre die angestrebte Entwicklung auf dem Flugplatz ja wünschenswert", sagt er. Doch selbst wenn die Pläne zur Reaktivierung der Bahnstrecke konkreter würden, so wäre das zunächst mit einem enormen Planungs- und Verwaltungsaufwand verbunden. Derzeit mache er sich deshalb darüber noch gar keine Gedanken, sagt der Ingenieur.

Wie es aussehen könnte, wenn die Visionen von Lamparski tatsächlich ihren Weg in die Realität finden, ist derzeit übrigens auch ohne die eingangs erwähnte Grundausstattung an Fantasie erkennbar. Denn seit vergangener Woche dient das Teilstück zwischen Bitburg und Erdorf als Abstellgleis für Güterwaggons.

Mehr von Volksfreund