Weg frei für neue Anträge
Es war ein "Nein", aber vielleicht kein endgültiges: Nach dem "Nein" des Landes zur Errichtung von Integrierten Gesamtschulen in Irrel und Speicher sollen im nächsten Jahr erneut Anträge für diese Schulform gestellt werden.
Irrel/Speicher. Die schlechte Nachricht kam kurz vor den Sommerferien: Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium lehnte die Anträge zur Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) zum Schuljahr 2010/2011 an der Irreler Franziskus-Grund- und Regionalschule (seit diesem Schuljahr Realschule Plus) sowie an der St.-Michael-Hauptschule und der Simon-Salomon-Realschule in Speicher ab (der TV berichtete).
Unklarheit über potenzielle Schülerzahl
"Zu wenig potenzielle Schüler" lautete die Begründung des Ministeriums, die im Eifelkreis Bitburg-Prüm mehr Verwirrung als Klarheit schaffte: Denn für beide Schulstandorte hatte es bei Elternbefragungen in den zweiten und dritten Schulklassen deutlich mehr als die zur Einrichtung einer IGS erforderlichen 91 Anmeldungen gegeben. Doch das Land zog diese Zahlen in Zweifel - man sei bei den Befragungen von einem zu weiten Einzugsbereich ausgegangen.
Eine Ansicht, die in Irrel und Speicher und auch bei der Kreisverwaltung nicht geteilt wurde - und die man jetzt im gemeinsamen Gespräch mit der Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) offenbar widerlegt hat. "Es gibt von den Zahlen her keine Bedenken mehr für die Einrichtung der beiden Integrierten Gesamtschulen", bestätigte Roger Graef, Landrat des Eifelkreises, nach einem Treffen aller Beteiligten bei der ADD in Trier. ADD-Präsident Josef Peter Mertes habe ihm erklärt, dass es Politik des Landes sei, in jedem Landkreis mindestens eine IGS einzurichten. "Dann hätten wir zumindest die Möglichkeit, eine IGS zu bekommen", ist Graef zufrieden und kündigt an, dass bis Ende März 2010 erneut Anträge zur Errichtung der IGS in Speicher und Irrel zum Schuljahr 2011/2012 auf den Weg gebracht werden. "Dabei behandeln wir beide Standorte gleichberechtigt", betont Graef. Allerdings gab er sich auch realistisch: Es sei vermessen zu glauben, dass im zweiten Anlauf direkt beide Anträge vom Bildungsministerium positiv beantwortet werden. Extra Integrierte Gesamtschule (IGS): In der IGS werden alle Kinder eines Jahrgangs zusammen unterrichtet, so dass ein gemeinsames Lernen möglich ist. Nur in den Kernfächern werden die Schüler je nach Leistung in Gruppen aufgeteilt. Sie haben an einer IGS die Möglichkeit, den ihren Kursen entsprechenden Schulabschluss zu erlangen. Schüler mit Gymnasialempfehlung können nach der zehnten Klasse auf eine gymnasiale Oberstufe wechseln. (neb)