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Weg mit den gelbgrünen Wackelkandidaten

Weg mit den gelbgrünen Wackelkandidaten

MECKEL. Die wohl öffentlichste Baumfällaktion der Region geht derzeit an der B 51 bei Meckel vonstatten. Privatwaldbesitzer müssen dort Bäume fällen, die gefährlich für den Straßenverkehr werden könnten.

Teilweise sieht es nach einem regelrechten Kahlschlag aus. An mehreren Stellen zwischen Meilbrück und der B 51-Abfahrt nach Meckel oder Idenheim sind in den vergangenen Wochen Bäume gefällt worden und werden auch weiterhin Bäume gefällt. Dabei handelt es sich aber sicher nicht um das Werk von Holzdieben. Diese Art des Diebstahls wird zwar immer beliebter. Doch durchschnittlich mehr als 20 000 Fahrzeuge rauschen an den inzwischen entstandenen kleinen Lichtungen vorbei. Zeugen gäbe es im Falle von Holzklau deshalb sicher genug. Ausbau soll 11,5 Millionen Euro kosten

Welchen Grund hat aber die neuerliche Betriebsamkeit an der Bundesstraße? Und was bedeuten die seltsamen, bunten Striche auf einigen Bäumen? Sind die Rodungen vielleicht Vorboten der geplanten und neuen dritten Fahrspur in diesem Bereich? Um vorbereitende Arbeiten für den Ausbau der Strecke zwischen Meilbrück und dem Helenenberg handelt es sich jedenfalls nicht. Dies teilt auf Anfrage Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) mit. Sein Haus ist mit den Planungen des dreispurigen Ausbaus betraut und bringt deshalb die planungsrechtlichen Grundlagen für den Straßenbau voran. Hintergrund: Auf 4,8 Kilometern soll die B 51 dreispurig ausgebaut werden. Das Ziel des LSV ist, mit dem Bau des vermutlich 11,5 Millionen Euro teuren Projekts im Jahr 2007 zu beginnen. Zuerst wird dann ein sechs Meter breiter asphaltierter Wirtschaftsweg entlang der bestehenden Bundesstraße gebaut. Dieser Weg hat zwei Aufgaben: Über ihn wird während der Bauphase der Verkehr geführt. Nach der Fertigstellung bleibt der Wirtschaftsweg auf einer Breite von 4,5 Meter erhalten. Über ihn sollen zukünftig Traktoren oder Mähdrescher fahren sowie im Notfall der Verkehr umgeleitet werden. "Zur Zeit wird der Planfeststellungsbeschluss in der Planfeststellungsbehörde bearbeitet. Mit dessen Erlass ist in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen", teilt Bartnick mit. Mit dem Landankauf für dieses Projekt sei noch nicht begonnen worden. Es lägen jedoch mehrere Verkaufsangebote vor. Die breitere Trasse der Bundesstraße sowie der Wirtschaftsweg befinden sich teilweise auch dort, wo derzeit munter gesägt wird. Dieses Abholzen geschieht aufgrund möglicher Gefahren für den Straßenverkehr auf der heutigen Straße. "Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei hatten bei ihren routinemäßigen Schneideaktionen im Winter bemerkt, dass viele Bäume entlang der Strecke nicht mehr standsicher sind", sagt Martin Lotze vom Forstamt Bitburg. Teilweise drohten die Stämme umzustürzen. "Bis zum Bau der dritten Fahrspur konnten wir deshalb nicht warten", sagt Lotze. Selbst fällen oder fällen lassen

Das Ergebnis dieser Erkenntnis leuchtet in zwei Farben: Rosa und Gelbgrün. Jeder rosafarbene Strich auf den Bäumen entlang der B 51 steht für die Grenze zwischen den Grundstücken verschiedener Besitzer. "In diesem Bereich befindet sich Privatwald. Rund 50 Eigentümer gibt es dort", sagt Lotze. Jeder dieser Besitzer wurde angeschrieben und aufgefordert, diejenigen Bäume zu fällen, die nach einer Begehung durch Forstfachleute als unsicher eingestuft und deshalb mit einem gelbgrünen Strich versehen wurden. "Wir haben den Besitzern Zeit gegeben, von sich aus die Bäume zu fällen. Wo das nicht geschieht, werden wird die Fällarbeiten übernehmen", sagt Lotze. Die dafür fällige Rechnung geht anschließend an die jeweiligen Grundstückseigentümer.