Wege aus dem Chaos

PRÜM. Der Prümer Stadtrat hat seine Grundsatzentscheidung zur Entwicklung des Bahngeländes vertagt. Nach gründlicher Aussprache einigte sich das Gremium darauf, in Kürze das Gespräch mit den Investoren zu suchen.

Die Entwicklung des Prümer Bahngeländes bleibt nach wie vor offen. Der Beschlussvorschlag, wonach Maß und Art der baulichen Nutzung sowie Branchentypen festgelegt beziehungsweise ausgeschlossen werden sollten, wurde am Donnerstagabend gekippt. Stattdessen hat sich der Rat der Stadt Prüm darauf verständigt, zunächst ein Gespräch mit den Investoren zu führen, die zum Teil schon seit rund drei Jahren in den Startlöchern sitzen. Die Unterredung soll zudem nicht nur im Kreis der Fraktionschefs sein, sondern sie soll den gesamten Rat umfassen.Keine Eile, aber klare Fakten

"Im kleinen Rahmen ist ja schon diskutiert worden", sagte Stadtbürgermeister Hansgerd Haas (FWG). Man habe zwar keine Eile, aber es gehe nun darum, "zu sagen, was für den Bauplan erforderlich" sei. Deshalb solle baldmöglichst über die Art der Nutzung gesprochen und zum Beispiel die bauliche Geschossigkeit bestimmt werden. Haas: "Irgendwann müssen wir weiterkommen." Drei Alternativen lägen jetzt vor.Zumindest mit der Präsentation dieser Alternativen durch den Aachener Städteplaner Harald Heinz zeigten sich die Ratsleute quer durch die Fraktionen alles andere als zufrieden. "Uns fehlt, dass uns etwas Plastisches vorgelegt wird", monierte CDU-Sprecher Helmut Fößel. Mit dieser Vorlage könne er keine Entscheidung treffen. Schließlich handele es sich um einen Beschluss, der auf Jahrzehnte hinaus von tragender Bedeutung für die Stadt Prüm sei.Damit war Fößel mit SPD-Chef Markus Fischbach auf einer Linie. Zudem sei die nun eingeschlagene "Marschrichtung", wonach es bereits ein Gespräch mit dem Gewerbeverein gegeben habe, sehr gut angekommen. Fischbach: "Ich werde so aber keinen Beschluss fassen", denn der nächste Schritt sei, sich mit den Investoren an einen Tisch zu setzen."Was kommt dahin, was kommt zuerst, und was passt uns?" Auch FWG-Sprecher Erich Reichertz konnte sich für einen Beschluss noch nicht erwärmen. Barsche Kritik übte auch er an Harald Heinz: "Der gute Planer aus Aachen enttäuscht uns sehr", sagte Reichertz. Er verwies auf die Ausarbeitung durch die Fraktionsvorsitzenden, die als Alternative dargestellt werden solle. Denn: "Wir wollen keinen Fehler machen."Walter Braus (PBB) nahm den Vorschlag von Markus Fischbach auf. "Ich möchte auch mit den Investoren reden, die geben uns vielleicht noch Denkanstöße und erweitern den Horizont." Jetzt schon Geschosshöhen festlegen wollte Braus indes nicht: "Da habe ich Angst, etwas falsch zu machen.""Ich bin nun an dem Punkt angelangt, dass ich nicht mehr dazu sagen kann", resümierte Stadtbürgermeister Haas. Wichtig sei nun allerdings, die Richtung festzulegen.Diesen Standpunkt vertrat auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Aloysius Söhngen (CDU): "Es geht darum, dass Sie als Rat Vorgaben machen, wie das Gelände später aussehen soll." Außerdem empfahl der Verwaltungschef dem Rat, die Einzelhandelsstudie in die Überlegungen einzubeziehen. Wichtig sei jedenfalls, alsbald die Richtung vorzugeben. Söhngen: "Wir treten seit einer ganzen Zeit auf der Stelle."Investoren möchten reden

Sowohl Manfred Anders (FWG) als auch Horst Follmann (CDU) betonten indes ihren Willen, dass der gesamte Rat an den Gesprächen mit den Investoren beteiligt sein soll.Zwei von denen erlebten die Sitzung am Donnerstag mit. Nicht nur Alois Bartz, sondern auch Friedhelm Schneider begrüßten den Entschluss, vor der Grundsatzentscheidung mit dem Rat ins Gespräch zu kommen. Schneider: "Die Vertagung ist sinnvoll. Dann kann man sehen, dass das Paket passt und stadtverträglich ist." Etwas ungeduldiger gab sich Bartz: "Ich mache das jetzt seit drei Jahren mit", sagte er und ergänzte: "Ich habe inzwischen Angst, dass der ,Plus‘ rausgeht."