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Weihnachtskonzert mit froher Botschaft für krankes peruanisches Mädchen: Letzte Operation ist fast bezahlt

Weihnachtskonzert mit froher Botschaft für krankes peruanisches Mädchen: Letzte Operation ist fast bezahlt

Die Hilfsbereitschaft der Eifeler bleibt groß: Beim Benefizkonzert mit den Schneeeifelmusikanten und dem Männerchor Schneifel am Sonntag in der Kirche von Gondenbrett haben die Besucher noch einmal in die Tasche gegriffen, um der 13-jährigen Noemi aus Peru eine letzte Operation zu finanzieren, die ihr ein normales Leben ermöglichen soll.

Gondenbrett. Die Krankheit ist so furchtbar, dass man sie seinem schlimmsten Gegner nicht wünscht. Und allein schon der Name hat etwas Entwürdigendes: Eins von 250 000 Kindern wird mit der Kloakenekstrophie geboren, die schwerwiegende Missbildungen im Unterleib zur Folge hat. Darm, Harnwege, Genitalien, Becken, Wirbelsäule - alles ist davon betroffen. Ein normales Leben ist nicht möglich.

Eines dieser Kinder heißt Noemi Berospi und kam vor 13 Jahren in einem Slum in Lima zur Welt. Im Jahr darauf lernte der Wascheider Benedikt Esch Noemi und ihre Mutter Pilar auf der Straße kennen, während einer Reise in das Heimatland seiner Frau Kati. Und versprach Noemi zu helfen (der TV berichtete).
Er hat sein Wort gehalten. In all den Jahren, die dann folgten - allein in Lima musste Noemi 13 teils schwere Operationen über sich ergehen lassen. Für die letzte, entscheidende aber fehlt es den Ärzten in Peru an Ausrüstung und Erfahrung. Sie soll deshalb in der Kinderklinik Köln vorgenommen werden und etwa 40 000 Euro kosten.

Für Benedikt Esch, der in den Vorjahren bereits rund 30 000 Euro für Noemi gesammelt hat - und ihrer Familie unter anderem eine Toilette und einen Wasserspeicher gebaut -, bedeutete das: Noch einmal ran, noch einmal die Bürger zur Hilfe aufrufen. Im Februar startete er die Aktion.
Und seit Sonntag kann er sagen: "Es ist geschafft. Es fehlt wirklich nur noch ein bisschen, und dann haben wir's."

Zu den vielen, die Eschs Aufruf unterstützten, gesellten sich in der Kirche von Gondenbrett die Schneeeifel-Musikanten und der Männerchor Schneifel. Und lieferten ein Konzert mit weihnachtlichen Liedern, das dem Anlass würdig war und vielen Besuchern ans Herz ging. Nicht zuletzt dem Initator: "Es passiert etwas Unglaubliches in den letzten Wochen", sagte Benedikt Esch zu Beginn. "Immer mehr wollen helfen." Und sie tun es ohne großen Bohei: "Das ist doch selbstverständlich" habe es bei beiden Ensembles geheißen, als man das Konzert plante.
Und genauso selbstverständlich spendeten die vielen Besucher nach dem großen, gemeinsamen Finale ("Zu Bethlehem geboren") Geld - auch wenn die Schlitze der aufgestellten Boxen ein wenig zu klein geraten waren, um die Scheine problemlos reinzubugsieren.

Zumal ein Fachmann Überzeugungsarbeit leistete: Josef Holzki, ehemaliger Chef der Anästhesie in der Kinderklinik Köln, der noch immer Ärzte ausbildet und in Gondenbrett darauf hinwies, dass das, was nun noch folge, "das Beste von allem" sei. Nachdem schon so viel für Noemi getan worden sei: "Das habt ihr alle auf die Beine gekriegt", bescheinigte er Esch und den Eifelern. "Dass ihr alle helft, ohne dass man euch lange bitten muss, dazu kann ich nur gratulieren."

Fast 40 000 Euro sind inzwischen gesammelt. Voraussichtlich im Februar werden Noemi und ihre Mutter nach Deutschland kommen. Dann folgt hoffentlich bald die Operation, die dem Kind ein normales Leben verschaffen soll. Noemi hätte es ohne die Hilfe vermutlich im Rollstuhl verbracht, sagt Holzki. "Wenn sie nicht vorher
gestorben wäre."

"Ich wünsche dir, dass du liebst, wo man hasst … dass du Freude bringst, wo Kummer wohnt", sang der Männerchor an einer Stelle. In diesem Jahr, in der ganzen Eifel und am Sonntag in Gondenbrett, haben viele dazu beigettragen, dass für ein Kind aus Peru und seine Familie der Kummer bald deutlich kleiner wird.