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„Weil mir Hüttingen am Herzen liegt“: Eifelgemeinde hat neuen Bürgermeister​

Nach gescheiterter Wahl : „Weil mir Hüttingen am Herzen liegt“: Eifelgemeinde hat neuen Bürgermeister

Nach der gescheiterten Wahl im August hat Hüttingen an der Kyll einen neuen Bürgermeister. Was den 27-Jährigen überzeugt hat, sich jetzt doch zur Wahl zu stellen.

Sie hatten es nicht leicht, die Hüttinger. Zumindest, was die Suche nach einem neuen Ortsbürgermeister betrifft. Finden mussten sie aber einen, denn der bisherige Amtsträger Frank Colling legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder, sein Ehrenbeamtenverhältnis als Ortsbürgermeister endete im Mai.

Anfang August sollte dann ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Es gab auch einen Kandidaten, Jörn Grund, der sich aufstellen ließ. Nun ist eine solche Ortsbürgermeisterwahl in einer kleinen Gemeinde (Hüttingen an der Kyll hat rund 300 Einwohner) normalerweise Formsache. Das Problem diesmal: Grund scheiterte krachend, nur 20 Wähler stimmten für ihn als neuen Ortschef, 127 dagegen. Der einzige Bewerber zeigte sich danach „erleichtert“, die Gemeinde musste weiter suchen.

Neuer Termin, neues Glück? Nicht wirklich. Denn bis zur Wiederholungswahl am 19. September wäre es möglich gewesen, neue Wahlvorschläge einzureichen. Das passierte nicht, die Wahl wurde abgesagt. Blick ins Gesetz: In diesem Fall hat der Gemeinderat die Aufgabe, den Ortsbürgermeister zu wählen. Aber auch dafür braucht es einen Kandidaten, logisch.

Dazu kündigte die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Bitburger Land, Janine Fischer, nach der gescheiterten Wahl von Jörn Grund an, dass sie in der Gemeinde Gespräche führen wolle, um zu zeigen, dass das Amt „nicht so schrecklich ist, wie gemeinhin angenommen wird“. Sie muss es wissen, ist immerhin neben ihrem Amt auf VG-Ebene auch Bürgermeisterin in Wolsfeld.

Und sie hatte Erfolg: Mit Pascal Liewer fand sich ein Mitglied des Gemeinderates, der sich bereit erklärte, das Amt zu übernehmen. Diese Woche wurde Liewer von „seinem“ Rat zum neuen Ortschef gewählt. Warum sich Liewer nicht direkt hat aufstellen lassen? „Ich bin schon stellvertretender Wehrführer und denke eigentlich, dass in einem kleinen Dorf nicht einer alles machen sollte“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber: „Hüttingen liegt mir am Herzen“, sagt er, „ich wohne gerne hier und möchte, dass das auch andere tun.“

Geholfen hat (neben der Tatsache, dass man ihm sagte, er sei der Richtige) auch ein Gespräch mit Janine Fischer, die dem 27-jährigen Liewer verdeutlichte, wie wichtig es ist, dass es einen Ortsbürgermeister gibt. „Und sie hat die volle Unterstützung der VG zugesichert“, sagt der neue Hüttinger Ortsbürgermeister.