Weißkopfseeadler entfliegt aus Eifelpark Gondorf

Weißkopfseeadler entfliegt aus Eifelpark Gondorf

Im Eifelpark Gondorf wird seit Ostermontag ein Weißkopfseeadler vermisst. Der 20 Jahre alte Greifvogel war nach dem Füttern aus seiner Voliere ausgebüchst - nun hofft der Park auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Gondorf. Dass Greifvögel während eine Flugschau ab und an das Weite suchen und einen mal kürzeren, mal auch längeren Streifzug in der Umgebung unternehmen, ist nichts Außergewöhnliches. "Absolut selten" dagegen ist laut Willigerd Emontspohl, Parkleiter im Eifelpark Gondorf, das, was ihm an Ostermontag passiert ist: Nachdem er am Nachmittag die beiden Weißkopfseeadler des Parks in ihrer Voliere gefüttert hatte und sich umdrehte, um den Käfig wieder zu verlassen, flog ihm das Männchen gegen den Hinterkopf. Emontspohl duckte sich erschrocken weg - und der Vogel entschwand ins Freie. "Ich habe eine Sekunde nicht aufgepasst", sagt der Parkleiter.
Seitdem ist der Weißkopfseeadler verschwunden, allerdings ist sich Emontspohl sicher, dass der große Greifvogel mit seiner Spannweite von 2,30 Metern und seinem markanten weißen Kopf, dem weißen Schwanz und dem dunklen Körper Passanten auffallen wird. Da das Tier am Donnerstag von einem Waldarbeiter in einem Waldstück zwischen Röhl und Hüttingen gesichtet wurde, geht der Parkleiter davon aus, dass sich der Adler, der im Sitzen eine Höhe von etwa 60 bis 70 Zentimeter misst, noch im Bitburger Raum aufhält. Er schließt jedoch auch nicht aus, dass sich der Greifvogel weiter entfernen könnte: "Der Wind geht in Richtung Trier." Emontspohl hofft, dass Hinweise aus der Bevölkerung dazu beitragen, dass der Greifvogel wieder wohlbehalten in den Eifelpark zurückgebracht werden kann. Allerdings warnt er davor, das Tier selbst einfangen zu wollen: "Weißkopfseeadler töten Wölfe und Rehe, Sie könnten bei dem Versuch, ihn zu fangen, übel zugerichtet werden."
Stattdessen bittet der Parkleiter jeden, der den Greifvogel sicht, sich sofort mit ihm unter Telefon 0172/6524466 in Verbindung zu setzen. Auch eine Belohnung stellt der Eifelpark in Aussicht - "ob in Form eines Geldbetrags oder in Form von Freikarten" stehe noch nicht fest. Nur eines ist klar: Die Zeit drängt. Da der 20 Jahre alte Adler nie in der Freiheit gelebt und gejagt hat, ist davon auszugehen, dass er seit Ostermontag nichts gefressen hat. Da die Greifvögel rund 14 Tage ohne Futter auskommen können, bleibt damit etwas mehr als eine Woche, um den Weißkopfseeadler zu seinem Weibchen in die Voliere zurückzubringen. neb