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PRÜM. Der Gerberweg - früher und heute. Der Straßenname deutet es schon an: Im Bereich des Gerberweges war einmal ein Großteil der bedeutenden Prümer Lederindustrie daheim. Hier standen die Lohspeicher und Trockenhäuser der Gerberunternehmen Nels, Alff, Zangerle und Koch. Im Jahr 1816 zählte die damalige Kreisstadt Prüm 28 Gerbereien mit zusammen über 1200 Lohgruben. Mehr als ein Drittel der insgesamt 143 in der Abteistadt lebenden Gewerbetreibenden waren Gerber und Schuhmacher. Zu den Hauptabnehmern der gegerbten Häute gehörte das Zeugamt der preußischen Armeeführung. Stolz behaupteten die heimischen Gerbereibesitzer: "Den Feldzug 1870/71 gegen Frankreich hat Preußen aufgrund des guten Prümer Leders gewonnen." Geblieben ist von der einstigen "Gerberherrlichkeit", außer einigen historischen Bildern, Aufzeichnungen und Museumsstücken, so gut wie nichts. Während der NS-Zeit wurden etliche Gerbereigebäude zu Kasernen für den Reichsarbeitsdienst (RAD) umfunktioniert. Das Gelände mit den früheren Lohgruben diente damals als Exerzierplatz, über dem die Fahnen der RAD-Abteilung XXIV wehten (Foto links). Heute haben sich an der breit ausgebauten Straße zwischen der Prümbrücke an der Ritzstraße und der ehemaligen Verladerampe des Prümer Bahnhofs Geschäfte, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt (Foto rechts). Dominierendes Gebäude am Gerberweg ist der 1992 fertiggestellte Telekom-Neubau, ein mehrere Millionen Mark teures Gebäude, das schon seit einiger Zeit fast leer steht.kth/Fotos: Archiv kth/ Kaspar Thürwächter-pf.

PRÜM. Der Gerberweg - früher und heute. Der Straßenname deutet es schon an: Im Bereich des Gerberweges war einmal ein Großteil der bedeutenden Prümer Lederindustrie daheim. Hier standen die Lohspeicher und Trockenhäuser der Gerberunternehmen Nels, Alff, Zangerle und Koch. Im Jahr 1816 zählte die damalige Kreisstadt Prüm 28 Gerbereien mit zusammen über 1200 Lohgruben. Mehr als ein Drittel der insgesamt 143 in der Abteistadt lebenden Gewerbetreibenden waren Gerber und Schuhmacher. Zu den Hauptabnehmern der gegerbten Häute gehörte das Zeugamt der preußischen Armeeführung. Stolz behaupteten die heimischen Gerbereibesitzer: "Den Feldzug 1870/71 gegen Frankreich hat Preußen aufgrund des guten Prümer Leders gewonnen." Geblieben ist von der einstigen "Gerberherrlichkeit", außer einigen historischen Bildern, Aufzeichnungen und Museumsstücken, so gut wie nichts. Während der NS-Zeit wurden etliche Gerbereigebäude zu Kasernen für den Reichsarbeitsdienst (RAD) umfunktioniert. Das Gelände mit den früheren Lohgruben diente damals als Exerzierplatz, über dem die Fahnen der RAD-Abteilung XXIV wehten (Foto). Heute haben sich an der breit ausgebauten Straße zwischen der Prümbrücke an der Ritzstraße und der ehemaligen Verladerampe des Prümer Bahnhofs Geschäfte, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt. Dominierendes Gebäude am Gerberweg ist der 1992 fertiggestellte Telekom-Neubau, ein mehrere Millionen Mark teures Gebäude, das schon seit einiger Zeit fast leer steht.