Weltkriegsmüll stoppt Schulbetrieb

Rund 2,5 Tonnen alter Munition haben die Einsatzkräfte des Kampfmittelräumdienstes allein am Dienstag aus der Erde vor der Regionalen Schule in Bleialf gezogen. Entgegen den ersten Planungen konnten die Arbeiten allerdings noch nicht abgeschlossen werden, sondern gehen heute weiter. Die Regionale Schule bleibt daher heute geschlossen.

Bleialf. Lange suchen mussten die Einsatzkräfte vom Kampfmittelräumdienst in Bleialf nicht: Bereits wenige Minuten nach dem Einsatzbeginn um 9.30 Uhr auf dem Gelände vor der Regionalen Schule stoßen sie in der lehmigen Erde auf die ersten Granaten und Artilleriegeschosse. Es sollen nicht die letzten bleiben.

Geschosse bringen bis zu einem Zentner auf die Waage



Von Gewehr-Patrone bis zum schweren Artilleriegeschoss sowohl deutscher als auch US-amerikanischer Produktion reicht die Bandbreite der Fundstücke. "Wir haben eigentlich so ziemlich alles gefunden, was damals eingesetzt wurde", sagt Kurt Mazzucco vom Kampfmittelräumdienst, der den Einsatz vor Ort leitet. Bis zu einem Zentner bringen die Granaten auf die Waage und müssen zu zweit weggetragen werden. Das Gute: "Es handelt sich nicht um Blindgänger, sondern um zurückgelassene Munition", sagt Mazzucco. Deshalb sei die Munition nicht scharfgemacht worden und das Risiko sei geringer. "Das ist wie eine Wundertüte, man kann vorher nie sagen, was man genau finden wird", sagt einer der Männer vom Kampfmittelräumdienst.

Immer höher wird der Haufen mit der gefundenen Munition, die nach Typ sortiert wird. Für Munition, die auseinanderzufallen droht, stehen blaue Tonnen bereit. Viele Hülsen sind bereits deutlich vom Rost gezeichnet. Fast jede neue Baggerschaufel bringt neue Überreste zutage, immer wieder schlägt der Metalldetektor an. Bis in rund 1,5 Meter Tiefe hat sich der Bagger vorgearbeitet.

Bis zum Abend werden rund 2,5 Tonnen an alter Munition aus der Erde geborgen.

Überraschend zeigt sich: In der Erde lagert noch mehr Munition als ursprünglich vermutet. Daher sollen die Arbeiten am heutigen Mittwoch fortgesetzt werden. Denn es soll sichergestellt sein, dass wirklich alle Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen sind. Daher hat die Verbandsgemeinde Prüm entschieden, die Regionale Schule einen weiteren Tag zu schließen.

Der Grund für das große Munitionsvorkommen: Vermutlich befand sich auf dem Grundstück ein Bomben- oder Granattrichter, in dem nach dem Krieg die aufgefundene Munition gesammelt und dann mit Erde zugeschüttet wurde. Rund um Bleialf hatten um die Jahreswende 1944/45 im Zuge der Ardennen-Offensive schwere Kämpfe stattgefunden. Jetzt, über 60 Jahre später, wird die Munition eingesammelt und gelagert, bis sie endgültig vernichtet werden kann.