Wenig Konkretes im Angebot
Eigentlich sollte im November ein neuer Aldi in Neuerburg seine elektrischen Schwenktüren öffnen. Doch aufgrund formaler Unstimmigkeiten ist es derzeit noch offen, ob und wann der Discounter tatsächlich kommt. Die Stadt bemüht sich weiterhin um eine Ansiedlung, und auch die Händler befürworten mit großer Mehrheit das Projekt.
Neuerburg. Vom Tisch ist die Angelegenheit noch nicht, aber sie liegt offensichtlich an jener Seite des Tischs, an die man von der anderen Seite nur schwer dran kommt. "Man", das ist in diesem Fall die Stadt Neuerburg, die sich seit Jahren um die Ansiedlung von Discountern bemüht. Der Lidl ist gekommen, doch was noch fehlt, ist eine Aldi-Filiale. Auch diese war schon so gut wie da, sollte bereits in diesem Herbst öffnen, ist aber dann doch nicht gebaut worden.
Geplant war, den Discounter auf dem ehemaligen Top-Markt-Gelände am Ortsausgang Richtung Krautscheid zu errichten und darüber hinaus den im Stadthallengebäude ansässigen Rewe-Markt sowie die benachbarte Kik-Filiale dorthin mitzunehmen. Das zumindest waren die Bedingungen. Doch offensichtlich hat es in den Vertragsangelegenheiten zwischen dem Projektentwickler und dem Investor Unstimmigkeiten gegeben, so dass die Ansiedlung dann doch nicht zustande gekommen ist. Wie es jetzt weitergeht, dazu möchte sich Stadtbürgermeisterin Anna Kling vorerst nicht äußern. Der Bebauungsplan habe jedoch nach wie vor Bestand, sagt sie, und es gebe erneut Gespräche, die derzeit in einer sehr "sensiblen Phase" seien.
Was sich in der Zwischenzeit jedoch geändert hat, sind die Eigentumsverhältnisse des Geländes. Denn Inhaber des Areals ist mittlerweile nicht der ursprüngliche Investor, sondern eine Eigentümergemeinschaft, die dort gerne einen Handwer-kerpark errichten würde. Das zumindest sagt Miteigentümer und Unternehmer Alois Roppes, dessen Betrieb in unmittelbarer Nähe des alten Top-Markts liegt und der sich gegen eine Ansiedlung des Discounters auf dem Gelände gewehrt hatte. Er und ein weiterer Unternehmer hatten Bedenken geäußert, dass auf das dort bereits vorhandene Gewerbe keine Rücksicht genommen werde und mit dem Bau eines Discounterkomplexes zudem die Zufahrt dieser Betriebe behindert würde. Zwar begrüße er grundsätzlich die Ansiedlung eines Aldis, sagt Roppes, "doch wenn dadurch andere Märkte weggezogen wären, dann hätten wir im Ort Leerstände bekommen".
Sonja Weiler, Vorsitzende des Gewerbevereins, teilt diese Sorge nicht. Denn ein Zentrum mit Geschäften im eigentlichen Sinne, das durch den Umzug einiger Filialen an den Ortsrand geschädigt worden wäre, gebe es in Neuerburg ohnehin nicht, erklärt Weiler. Zudem verweist sie auf eine schriftliche Umfrage unter den ortsansässigen Geschäftsleuten, die erst vor kurzem ausgewertet worden sei. Hierbei hätten sich fast alle für eine Ansiedlung des Aldi auf dem Ex-Top-Markt-Gelände ausgesprochen.