Weniger heißt nicht besser

Weniger heißt nicht besser

BITBURG. Im abgelaufenen Jahr hat es im Südkreis 3108 Fälle von Diebstahl, Körperverletzung oder Rauschgiftdelikten gegeben. Die Gesamtzahl bewegt sich damit im Rahmen der Zahlen von 2004. Doch hat sich die Häufigkeit in einzelnen Teilbereichen verschoben.

Für Friedel Jaeger, Leiter der Polizeiinspektion Bitburg, steht fest: "Die Region Bitburg gehört zu den sicheren Bereichen unseres Landes." Statistisch gesehen ist die Gefahr, im Südkreis Opfer einer Straftat zu werden, geringer als im Landes- und Bundesdurchschnitt. Und im Süden des Landkreises werden mit 61,7 Prozent der Fälle auch mehr als im rheinland-pfälzischen Mittel aufgeklärt. Ende der AG Eifel lässt Zahlen schrumpfen

Diese positiven Ergebnisse der nun für das Jahr 2005 vorgelegten Kriminalstatistik für den Bereich der Polizeiinspektion Bitburg können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Stadt Bitburg sowie den Verbandsgemeinden Bitburg-Land, Kyllburg, Irrel, Neuerburg und Speicher im vergangenen Jahr 3108 Straftaten angezeigt wurden. Im Jahr 2004 lag die Zahl der Delikte mit 3101 auf ähnlichem Niveau. Mag auch die absolute Zahl im Jahresvergleich ähnlich sein, so gibt es innerhalb der einzelnen Deliktgruppen aber teils bemerkenswerte Veränderungen. Die Zahl der so genannten Rohheitsdelikte - sprich Schlägereien - und der Straftaten gegen die persönliche Freiheit stieg von 376 (im Jahr 2004) auf 403 im vergangenen Jahr. Bei allein 290 Fällen aus diesem Bereich handelt es sich um Körperverletzungen. Das sind rund vier Prozent mehr als im Jahr 2004. Nach Auskunft der Polizei ist eine Ursache dieser Steigerung "das erweiterte Angebot an der Erlebnisgastronomie in Bitburg". Noch stärker angestiegen ist der Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte. Gegenüber 2004 stieg die Zahl von 651 auf 730. Die darin enthaltene Zahl der Betrugsdelikte nahm um 13,6 Prozent auf 541 zu. Der größte Anteil der in der Statistik verzeichneten Fälle stammt aus dem Bereich Diebstahl. 1070 Mal versuchten Menschen, sich unerlaubterweise das Hab und Gut Anderer anzueignen. 87 Mal suchten Einbrecher Wohnungen heim. Drei dieser Einbrüche geschahen während der Tagesstunden. Eine nur scheinbar positive Entwicklung hat es im Bereich der Rauschgiftdelikte gegeben. Die Zahl der Fälle sank von 233 im Jahr 2003 über 169 im Jahr 2004 auf 104 im Jahr 2005. Darin enthalten sind 34 Fälle von Drogenhandel, sowie die Entdeckung von zwei Sheltern auf dem Flugplatz, in denen Cannabispflanzen angebaut worden waren. Fachleute führen den starken Rückgang im Bereich Rauschgift auf den nachlassenden Fahndungsdruck zurück. Über Monate hinweg hatte die bis vor zwei Jahren aktive so genannte AG Eifel der Polizei, die Drogenszene aufgemischt. Damit zusammenhängend waren beispielsweise auch viele Fahrzeugaufbrüche aufgeklärt worden, die dem Bereich Beschaffungskriminalität zuzuordnen waren (der TV berichtete). Und wo geschahen die meisten Straftaten? Ganz weit vorne liegt in der Statistik erwartungsgemäß Bitburg (1430 Fälle). Schließlich handelt es sich bei der Stadt um die einwohnerstärkste Kommune im Landkreis, die zudem die höchste Dichte an Gewerbe und Infrastruktureinrichtungen aufweist. Und wo es viele Menschen gibt, da bleiben zwangsläufig auf Straftaten nicht aus. Auf den weiteren Plätzen bei den Einzelgemeinden folgen Speicher (250), Neuerburg (78), Badem (72), Kyllburg (61) und Irrel (60). Die relativ hohe Zahl von Delikten in Speicher liegt vor hauptsächlich darin begründet, dass die Töpfergemeinde rund 3000 Einwohner hat, während Neuerburg oder Badem auf jeweils nur rund 1000 Einwohner kommen.

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