Weniger Unfälle – mehr Tote

Weniger Unfälle – mehr Tote

BITBURG. Mehr als verdoppelt hat sich im Jahresvergleich die Zahl der auf den Straßen im Südteil des Kreises getöteten Menschen. Bei fast allen der 2346 Unfälle im Jahr 2006 spielte zu hohe Geschwindigkeit eine bedeutende Rolle.

Während die Gesamtzahl der Unfälle im Jahr 2006 im Vergleich zu 2005 rückläufig ist, ist die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten stark gestiegen. 13 Menschen verloren im vergangenen Jahr im Südteil des Eifelkreises Bitburg-Prüm ihr Leben bei Verkehrsunfällen. 2005 waren es "nur" sechs, 2004 insgesamt fünf. Der Anstieg der Unfalltoten geht aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Polizei-Inspektion Bitburg nun vorgelegt hat. Insgesamt 2346-mal krachte es 2006 auf den Straßen im Südkreis. Neben den Getöteten gab es 129 schwer Verletzte und 356 leicht Verletzte. A 60: Auf dem von der Polizei Bitburg betreuten A-60-Abschnitt von Waxweiler bis Spangdahlem gab es insgesamt 75 (2005: 90) Verkehrsunfälle. Dabei starb ein Mensch, vier Verkehrsteilnehmer wurden dabei schwer und sechs leicht verletzt.150 Führerscheine einkassiert

B 51: Auf der B 51 zwischen der Nattenheimer Barriere und dem Helenenberg haben sich 2006 genauso viele Unfälle wie im Jahr 2005, nämlich 151, ereignet. Ein Mensch (2005: 2) starb dabei, sieben wurden schwer und 21 leicht verletzt. Auffällig ist laut Polizei die Häufung der Unfälle im zweispurigen Bereich nördlich von Bitburg. In Höhe Fließem und Nattenheim krachte es 43-mal, 2005 gab es dort 31 Unfälle.B 50: 248 (2005: 237) Unfälle gab es auf der Bundesstraße 50 zwischen der Luxemburger Grenze und der Kreisgrenze bei Binsfeld. Zwei Drittel dieser Unfälle ereigneten sich laut Unfallstatistik auf der Strecke von Bitburg Richtung Spangdahlem. Dabei wurden 44 Unfälle mit Personenschäden erfasst, es wurden 16 Verkehrsteilnehmer schwer und 36 leicht verletzt, teilt Polizeioberrat Friedel Jaeger mit. Bemerkenswert: Auf der B 50 zwischen Bitburg und Spangdahlem waren bei 69 Unfällen US-Angehörige beteiligt, wobei sieben schwer und 15 leicht Verletzte gezählt wurden. "Es ergibt sich ein besonderer Unfallschwerpunkt entlang Albach bei Bitburg. Diese Unfälle kamen überwiegend bei nasser Fahrbahn zu Stande", heißt es in den Erläuterungen der Polizei.B 257: Für die Bundesstraße 257 zwischen Echternacherbrück und Steinborn sind 144 (2005: 163) Unfälle aktenkundig. Dabei gab es 27- ( 26-) -mal Personenschäden. Ein Mensch starb, zehn wurden schwer und 23 leicht verletzt. Bei fast allen Unfällen spielte laut Polizei die Geschwindigkeit eine bedeutende Rolle. Bei 355 Unfällen war die nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache. In 75 Fällen war einer der Unfallbeteiligten fahruntüchtig, 70 wegen Alkohol, drei wegen Drogen und zwei wegen Medikamenten. Sorgen bereiten wie schon in den Vorjahren die so genannten jungen Fahrer, deren Anteil am Unfallgeschehen 2006 erneut angestiegen ist. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm macht die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen einen Anteil von elf Prozent aus. "Hohe Geschwindigkeit, hohe Risikobereitschaft, geringe Fahrpraxis, Selbstüberschätzung, auch Alkohol, Drogen und Übermüdung sind Ursachen dafür, dass drei junge Menschen getötet, 44 schwer und 92 leicht verletzt wurden", teilt Jaeger mit. Diese Risikogruppe sei daher weiterhin im Focus der polizeilichen Kontrollmaßnahmen. Von den Beamten der Bitburger Polizeiinspektion wurden zur Bekämpfung der Unfallursachen und bei allgemeinen Kontrollen rund 10 000 Fahrzeuge näher unter die Lupe genommen. Dabei wurden 497 Strafanzeigen und 987 Ordnungswidrigkeitsanzeigen erfasst und 7761 Verwarnungen ausgesprochen. 424-mal ordneten Bitburger Beamte das Beseitigen technischer Mängel an. Bei der Bekämpfung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr war die Polizei im Südkreis 374-mal aktiv, in 150 Fällen wurde der Führerschein eingezogen und 179 Trunkenheitsfahrten verhindert. Bei den Geschwindigkeitskontrollen kam es zu 444 Anzeigen und 3410 Verwarnungen. In 142 Fällen gab es Anzeigen, weil die Fahrzeugführer nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis waren, 71 Fahrzeugführer waren ohne Versicherungsschutz unterwegs oder hatten ihr Fahrzeug nicht ordnungsgemäß zugelassen. 2400 Lastkraftwagen wurden außerdem kontrolliert, dabei wurden 446 Fahrzeuge beanstandet und gegen 730 Fahrzeugführer wegen Fehlveraltens Anzeigen, Ordnungsgeld oder Bußgeld verhängt.

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