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Wenn der längere Weg der bessere ist

Wenn der längere Weg der bessere ist

Es wird weiter saniert: Wer von Wittlich Richtung Bierstadt unterwegs ist, kann ab diesem Wochenende nicht mehr an der Anschlussstelle Bitburg abfahren. Die Umleitung verläuft über Waxweiler, dabei wäre der Weg über Badem der kürzere.

Bitburg. Die Sanierung der A 60 geht in die zweite Phase. Für weitere vier Wochen wird die Fahrbahn rund um die Anschlussstelle Bitburg wohl eine Baustelle bleiben. Nötig geworden war die Sanierung der Autobahn aufgrund von erheblichen Straßenschäden (der TV berichtete). 17 Jahre lang wurden Schlaglöcher, Risse und Spurrillen nur notwürftig ausgebessert. Mit dieser Flickschusterei sollte im August diesen Jahres Schluss sein. Für rund drei Millionen Euro wird die A 60 in zwei Zügen saniert.
Der erste dieser beiden Bauabschnitte ist inzwischen abgeschlossen: Wer der Straße von Belgien nach Wittlich folgt, kann wieder an der Ausfahrt Bitburg abbiegen. In entgegengesetzter Richtung ist es seit dem Wochenende nicht mehr möglich, an dieser Stelle auf die B 51 zu wechseln. Stattdessen weist die Autofahrer ein Schild darauf hin, die Ausfahrt Waxweiler zu benutzen. Von dort aus führt die Umleitung dann wieder über die A 60 zurück zur Anschlussstelle - ein Umweg von etwa 20 Minuten. Dass die Ausfahrt Richtung Bierstadt gesperrt ist, erfährt man also erst, wenn man schon an ebendieser vorbei ist.
Gerade für diejenigen, die es eilig haben, ist das ärgerlich. Denn wer früher abfährt, bei Badem auf die B 257 wechselt, ist rund eine halbe Stunde früher in Bitburg als derjenige, der der ausgeschilderten Umleitung folgt. Warum also hat sich die Autobahnmeisterei Prüm für diese Umleitung entschieden? Auf diese Frage hat der Leiter der Behörde, Herbert Klar, eine simple Antwort: "Wir wollen den Autobahnverkehr auf der Autobahn lassen." Die Lastwagen sollten nicht über Badem und vor allem nicht über Erdorf fahren - zu steil gehe es dort bergab. Außerdem sei diese Strecke für Sattelschlepper über 7,5 Tonnen überhaupt nicht zugelassen. Das Verkehrsaufkommen im Bitburger Stadtteil sei durch die Baustelle ohnehin schon viel höher als zuvor - denn die Ortskundigen wissen, dass diese Route viel kürzer ist.
Ein Ortsvorsteher wehrt sich


Das kann Erdorfs Ortsvorsteher Werner Becker bestätigen. Vehement habe er sich dagegen gewehrt, dass die Ausschilderung die Schwertransporter und Autos durch seinen Ort führt. Denn in der ersten Phase der Autobahnsanierung wurde über Erdorf und Badem umgeleitet - und das habe für einige Probleme gesorgt. "Der Verkehr hat sich bis hinter das Ortsschild gestaut", sagt er. Alle seien sie über die Bonner Straße gekommen, die einmal quer durch den Ort führt.
Aus Sorge, das könnte im zweiten Zug der Sanierung wieder passieren, sei er kürzlich beim Ordnungsamt gewesen. Dort habe er ein absolutes Halteverbot in der Erdorfer Hauptverkehrsader beantragt. Denn parkende Autos, sagt Becker, können den Verkehrsfluss hier noch zusätzlich behindern. Bis zum Abschluss der Arbeiten an der A 60 soll diese "Vorsichtsmaßnahme" gelten.
Und wann wird es zum besagten Abschluss kommen? Voraussichtlich am 11. November, teilt Klar mit. Also immerhin eine Woche früher als ursprünglich geplant: "Wir liegen gut in der Zeit."