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Wenn der Segler den Kaffee bringt

Umwelt : Wenn der Segler den Kaffee bringt

Ein Segelboot pendelt zwischen Südamerika und Hamburg hin und her. Geladen hat es unter anderem auch den Bitburger Gäßestrepperkaffee. Warum der Weltladen Alasitas diese Aktion unterstützt.

Tausende Schiffe gehen täglich am Hamburger Hafen vor Anker. Aber kaum eines wie dieses: Knatternd erreicht das Segelboot „Avontuur“ das Kai. Die Mannschaft schleppt die Fracht von Hand aus dem Bug – wie vor 200 Jahren.

Geladen hat das Schiff vor allem Kaffee und Kakao, also Güter, die sonst in riesigen Containerschiffen über die Meere geschippert werden. Die fahren zwar viel flotter als Segelboote und können auch viel mehr Ladung aufnehmen. Dafür sind die Frachter aber wahre Umweltsünder, ziehen Abgasfahnen hinter sich her.

Der Segler hingegen ist da wesentlich emissionsfreundlicher. Dafür mussten die Abnehmer des Kaffees und des Kakaos, vor allem Non-Profit-Organisationen, aber auch zwei Monate auf die Ware warten. So lange dauerte nämlich der Törn der „Avontuur“ nach Hamburg.

Inzwischen ist er auch in Bitburg angekommen. Der Weltladen Alasitas, der vom ehrenamtlichen Verein  „Initiative für eine solidarische Welt“ betrieben wird, hat den „Segelkaffee“ mittlerweile im Handel. Die Bohnen wurden in Nicaragua angebaut, die Bauern, die ihn ernten, fair bezahlt. Es ist derselbe Kaffee, der bislang nur in Leipzig und Bitburg als „Gäßestrepperkaffee“ verkauft wurde. Der gebürtige Eifeler Jens Klein hatte einst Kontakt zu einer Kooperative im südamerikanischen Land aufgebaut und sich das Produkt ausgedacht.

Der Kaffee, der mit dem Segler ankam, ist durch die höheren Transportkosten etwa zwei Euro teurer als der herkömmliche „Gäßestrepper-Kaffee“. „Den Welthandel werden wir mit der Aktion sicherlich nicht umkrempeln“, sagt Arno Heinz vom Weltladen: „Aber wir wollen zeigen, dass man Produkte auch emissionsarm transportieren kann.“