Wenn der Verkehr endet...

Es ist eine Schande! Da hat sich die Stadt so ins Zeug gelegt, für teures Geld die Schienenstrecke zwischen Erdorf und Bitburg gekauft (263 000 Euro für 6,5 Kilometer sind immerhin knapp 40,50 Euro pro Meter), damit darauf noch lange wichtige Waren von und zur Brauerei transportiert werden können, und jetzt - zweieinhalb Jahre später - sind alle Züge abgefahren.

Um die Brauerei muss man sich hoffentlich keine Sorgen machen, die werden vermutlich auch ohne Bahnanbindung an tonnenweise Malz und Kohle kommen, sonst wäre ja auch mein Projekt 20 000 Stubbi fürs Ehrensiegel der Stadt gefährdet. Ein bisschen beunruhigt bin ich aber schon, wenn die Stadt einfach so abgehängt wird. Und das, nachdem ja schon der bekannte und beliebte Stadtbus sang- und klanglos in der Garage verschwand und in aller Stille ein tiefes Loch in die Verkehrsinfrastruktur der Stadt riss. Da kann man nur froh sein, dass die B 51 nicht privat betrieben wird, sonst würden womöglich plötzlich die Zufahrten gesperrt, weil es sich für irgendeine Firma nicht mehr lohnt. Ein herber Schlag muss das aber für die Stadtwerke gewesen sein. Die waren ja mit ihren so genannten Verkehrsbetrieben für die Schienen zuständig. Ich habe mich gefragt, was die jetzt machen, wenn so ein wichtiges Betätigungsfeld einfach wegbricht? Drohen womöglich sogar Entlassungen? Und müsste man die jetzt umbenennen, da es ja dort jetzt keinen Verkehr mehr gibt? Vielleicht sollten man sie besser Parkbetriebe nennen, denn immerhin gehören denen ja noch die Parkhäuser. Ich habe die Fragen am Dienstagabend auch beim Stammtisch gestellt. Der Hans hat darauf nur gesagt: "Das ist doch überall so. Erst gibt man Geld aus und gründet einen Verkehrsbetrieb, und ein paar Jahre später ist es aus mit dem Verkehr und man darf nur noch parken! So ging es mir mit Gerda auch." Ich weiß jetzt zumindest, warum den Hans alle nur Philosoph nennen.