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Wenn die Brechter Dorfjugend zur Hacke greift

Ehrenamt : Wenn die Brechter Dorfjugend zu den Hacken greift

Neun junge Leute haben ein Waldstück der Gemeinde aufgeforstet. Dafür haben sie einen Förderbeitrag 500 Euro bekommen.

 „Mit den richtigen Leuten macht jede Arbeit Spaß“, sagt Alexander Möhs, Jugendlicher aus Brecht, und meint damit auch die Baumpflanzaktion in der Gemeinde. Neun Jugendlichen haben auf 350 Quadratmetern Buchen, Eichen und Ahornpflänzchen gesetzt. Er berichtet: „Wir haben morgens erst einmal gemütlich angefangen. Ein Mitglied unserer Jugendgruppe kennt sich in der Land- und Forstwirtschaft aus; er hat uns erste Anweisungen gegeben, und dann ging es los.“

Die Idee, die Jugendlichen für die Pflanzaktion zu gewinnen, hatte der Gemeinderat von Brecht. Dazu sagt Ortsbürgermeister Michael Eppers: „Wir möchten die Jugendlichen gerne ins Gemeindeleben einbinden. Da ein Dorf von Eigenleistung lebt und davon, dass alle mithelfen, fragen wir sie ab und an, ob sie uns unterstützen.“ Weiter sagt er: „Und sie sind immer gerne bereit, mit anzupacken. Das haben sie beispielsweise im vergangenen Jahr bei den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser bewiesen.“

Nötig war die Wiederaufforstung des gemeindeeigenen Waldstücks, das sich am Feldweg Richtung Wißmannsdorf befindet, weil man dort vorher den Wald durchforstet und eine alte Jagdhütte abgerissen hat. Die Jugendlichen haben nicht nur bei der Pflanzung geholfen, sondern sie haben vorher die Pflanzen, die sich an anderer Stelle im Wald wild gesetzt hatten, ausgegraben. „Das hat uns die Kosten für die Pflänzchen gespart“, sind sich die Jugendlichen und der Ortsbürgermeister einig. Bei den Vorbereitungen waren die jungen Leute ebenfalls dabei.

Arbeitsgerät, wie etwa Hacken, um die Löcher für ungefähr 20 Zentimeter großen Pflanzen zu graben, waren greifbar. Und nach etwa sechs Stunden waren die kleinen Bäumchen im Boden. „Wenn die Pflanzen freigestellt werden müssen oder andere Arbeiten anfallen, wären wir natürlich auch wieder dabei“, versichert Alexander Möhs.

Mit von der Partie sind momentan Jugendliche zwischen 18 und 22 Jahren. Sie haben einen eigenen Jugendraum, der rege genutzt wird. Alexander Möhs berichtet: „Den Jugendraum gibt es schon einige Jahre. Es sind ungefähr 13 bis 14 Jugendliche, die ihn regelmäßig nutzen. Wir sind sehr froh, dass die Gemeinde uns den Raum zur Verfügung stellt.“ Momentan sei er aber wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Wenn es wieder möglich ist, sich mit einigen Personen zu treffen, wollen die Jugendlichen auf ihre Baumpflanzaktion noch gemeinsam etwas trinken und essen, denn die Gemeinschaft soll bei solchen Arbeiten nicht zu kurz kommen. „Das gehört zu einem ehrenamtlichen Einsatz dazu“, so Michael Eppers.

Die Jugendlichen aus Brecht bekommen für ihre Arbeit den Förderbeitrag der Westenergie AG von 500 Euro, die solche Aktionen unterstützt. Was sie mit dem Betrag machen wollen, wissen die Jugendlichen noch nicht. Aber sie sind sich sicher, dass ihnen etwas einfallen wird.