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Wenn die Fässer außer Kontrolle geraten

Wenn die Fässer außer Kontrolle geraten

Das Bitburger Bierfassrollen gehört zum Folklore Festival wie Bernd Quirin zum Wettkampf: Der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft organisiert und kommentiert das Ereignis seit Jahren. Die Fässer rollen am Samstag, 11. Juli, zum 35. Mal.

Wenn die Fässer außer Kontrolle geraten
Foto: Uwe Hentschel (uhe) ("TV-Upload Hentschel"

Bitburg. "Einfach Spaß haben", sagt Bernd Quirin. Das sei das Wichtigste, wenn es ums Bierfassrollen geht. Er selbst ist nie mitgelaufen, aber gesehen hat er schon so einiges: Seit Jahren ist Bernd Quirin der Mann, der das Geschehen in der Trierer Straße kommentiert und die Zuschauer zu noch lauterem Anfeuern anregt - auch am Samstag, wenn dort zum 35. Mal das Bitburger Bierfassrollen ausgetragen wird.

Der Wettkampf wird seit 1987 im Rahmen des Europäischen Folklore Festivals, damals noch Grenzlandtreffen, ausgetragen. Die Bitburger Reservistenkameradschaft, deren Vorsitzender Quirin ist, hat mittlerweile die Organisation übernommen - unterstützt von Stadt und Feuerwehr.

Drei Damen- und 13 Herren-Mannschaften - immer in Zweier-Teams - haben sich für den Lauf, der um 14.30 Uhr beginnt, angemeldet. "Das ist exakt die Zahl, wie wir sie im vergangenen Jahr auch hatten", sagt Quirin. In den Anfängen sei das Bierfassrollen hinter der Kreissparkasse über die Bühne gegangen und auch schon mal zwischen Krankenhaus und Schule, als die Trierer Straße Baustelle war - die aber ist der eigentliche Austragungsort.
Und dort sorge nun auch der städtische Bauhof wieder dafür, dass die 75 Meter lange Strecke mit Schutzgittern, Auffangsäcken und Wasserkübeln - wichtig: die Fässer seien feucht nämlich griffiger - versehen werde. Zwei Hindernisse haben die Läufer zu überwinden: ein Stadttor, durch das durchgerollt werden muss, und eine Wippe. Die sollen ein bisschen die Geschwindigkeit aus der ganzen Sache nehmen, erklärt Quirin.

Wer schon mal dabei war, kennt Quirins Spruch: "Jetzt ist das Fass außer Kontrolle!" Was passieren muss, dass er diesen Satz von sich gibt, wollen wir wissen: "Wenn das Fass schneller ist als die Läufer, und die nicht mehr hinterherkommen, loslassen und es seinem Schicksal überlassen."
Dass sein Sprüchlein mittlerweile Berühmtheit erlangt hat, will er nicht so ganz glauben, aber: "Wenn es angebracht ist, wiederhole ich es immer wieder gerne." Eine Mannschaft sei mal in Römerkleidung angetreten: "Das fand ich lustig. Die Zuschauer auch." Die Favoriten? Die Feuerwehren Orsfeld und Bitburg-Mötsch und die Brauerei, sagt Quirin. "Das sind die Mannschaften, die sich vorbereiten - ohne Training geht es nicht." Aber: "Viele sagen sich, ganz nach dem olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles." Quirin findet's gut, wenn es kein "sturer Wettkampf" ist.

Er will aber vor allem, dass keinem etwas passiert: "Gott sei Dank sind ernsthafte Verletzungen auch nie vorgekommen." Der ein oder andere habe sich aber schon mal überschlagen. "Manche haben so viel Ehrgeiz", sagt Quirin. Auf die Fässer hat er dabei aber auch ein Auge - die sind nämlich richtig alt: "mindestens 40 Jahre". Die Brauerei habe sie damals zur Verfügung gestellt, und heute gebe es sie gar nicht mehr. Auch das frühere Siegerfässchen mit 15 Litern Bier sei heute leider nicht mehr zu kriegen - deshalb gebe es das Bier jetzt in drei Fünf-Liter-Dosen. Damit sei auch jeder einverstanden. "Kann man so ja auch besser trinken." Aber die Menge Bier "war von Anfang an so und bleibt auch so", sagt Quirin.

Er hat eingeführt, dass die drei Erstplatzierten zudem Pokale erhalten und jeder, der mitgelaufen ist, eine Fünf-Liter-Dose Bier - "um einen noch größeren Anreiz zu schaffen". Und selbstverständlich kümmert sich Bernd Quirin bei der Siegerehrung auf dem Spittel persönlich darum, dass jeder auch bekommt, was ihm zusteht.
Und jetzt? "Hoffen wir auf schönes Wetter - und Sie können die Bürger ja nochmal aufrufen, recht zahlreich zum Wettkampf zu kommen", gibt Quirin zu Schreiben auf. "Wenn viele mitanfeuern, ist es doch gleich noch viel interessanter." Aber ja!
Das Bierfassrollen beginnt am Samstag, 11. Juli, um 14.30 Uhr in der Trierer Straße.