Wenn die Natur zurückschlägt

Wenn die Natur zurückschlägt

Der Hauptakteur in Werner Geismars aktuellem Roman steht nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und ist immer wieder Thema in der Presse: das Atomkraftwerk Cattenom. In Bitburg hat der Autor nun sein Buch vorgestellt.

Bitburg. Der nach seinem Einsatz in Afghanistan traumatisierte Bundeswehrsoldat, der nach jahrelangem Umgang mit hochgiftigen Stoffen in Akkumulatoren schwer erkrankte Arbeiter oder eigene Erlebnisse im damaligen Bürgerkrieg im Libanon, immer sind es persönliche Begegnungen und Erfahrungen, die Werner Geismar in seinen Büchern verarbeitet. So ist es auch mit seinem neuesten Werk "Cattenom - Das Ende einer Laufzeit", das er im Hotel Simonbräu in Bitburg vorgestellt hat. Anstoß für das Buch habe, so der Autor, das leukämiekranke Baby einer Bekannten gegeben, das mit seinen Eltern in der Nähe eines Atomkraftwerks lebt.
Das französische AKW Cattenom an der Grenze zu Deutschland und Luxemburg macht in der Realität regelmäßig Schlagzeilen durch Störfälle. Im Roman kommt es durch eine unglückliche Verkettung von Ereignissen zum Supergau, bei dem große Mengen radioaktiver Partikel freigesetzt werden, die der Westwind überwiegend nach Rheinland-Pfalz und ins Saarland trägt. Die Folge: hunderttausend Tote und noch mehr Strahlenkranke. Geismar warnt vor der Hybris, der Überheblichkeit des Menschen, der behauptet, alles im Griff zu haben. Aber manchmal - so auch im Buch - schlage die Natur zurück. red

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