Wenn ein Wahrzeichen in die Jahre kommt

PRÜM. Das wird teuer. Die beiden Turmspitzen der Prümer Basilika St. Salvator müssen saniert werden. In wenigen Wochen sollen die Arbeiten bereits starten. Architekt Peter Berdi wird die Bürger heute um 19 Uhr im Konvikt über das Ausmaß der Schäden informieren. Die "Basilikafreunde" bitten um Unterstützung.

Das Gebälk ist an vielen Stellen morsch, die Schiefereindeckung schadhaft und dem Regen sind Tür und Tor geöffnet. Die Turmspitzen der Basilika müssen dringend saniert werden, ein Aufschub würde die Lage nur noch verschlimmern. Obwohl sich das Bistum voraussichtlich mit bis zu 60 Prozent an den Kosten beteiligt und die Mitglieder des Förderkreises "Basilikafreunde" noch auf die eine oder andere kommunale Finanzspritze erpicht sind, wird die Pfarrgemeinde selbst mit rund 200 000 Euro belastet. Insgesamt verschlingt das Sanierungsprojekt nach ersten vorsichtigen Schätzungen rund 750 000 Euro. Genau an dem Punkt setzt der Förderkreis-Vorstand um Monika Rolef und Klaus Peters an: "Mit der Innenrenovierung kann es nicht weitergehen, bevor die Substanz erhaltenden Projekte nicht abgeschlossen sind", betont Peters, während auch Monika Rolef weiß: "Das ist ein Fass ohne Boden." Nachdem inzwischen ein detailgenaues Schadenskataster angefertigt worden ist, das nicht nur die Helme, sondern auch das Langschiff berücksichtigt, sollen die Arbeiten mit dem Aufstellen des Gerüsts schon in diesem Sommer beginnen. Vorgesehen ist, beide Türme gleichzeitig in Angriff zu nehmen, wobei die Planer auch auf so genannte Synergie-Effekte bauen. Denn: wenn das Gerüst schon einmal steht, können gleichzeitig erste kleine Schäden an der Fassade behoben werden. "Was das Langschiff angeht, kann man davon ausgehen, dass dies im zweiten Bauabschnitt an die Reihe kommt", denkt Klaus Peters auch schon in die Ferne. Hohe Erwartungen haben die "Basilikafreunde" aufgrund der Dringlichkeit an den heutigen Abend. Um 19 Uhr wird Architekt Peter Berdi aus Lutzerath im ehemaligen Konvikt einen ausführlichen Schadensbericht abliefern und dabei Bilder vom wahren Ausmaß der Schäden präsentieren. Klaus Peters: "Wir wollen den Leuten das einmal genau zeigen und dabei Betroffenheit erzeugen." Die Schäden am Mauerwerk sind nach Aussagen von Klaus Peters derweil nicht so eklatant wie die an den Turmspitzen. "Das hält sich in Grenzen", sagte er. Verpressen und Vernadeln sei jedenfalls nicht notwendig. Trotzdem bleibt für die Basilikafreunde noch viel tun, wenn sie das in die Jahre gekommene Prümer Wahrzeichen vor dem Verfall retten wollen. Eigentlich hätte sich der im Jahr 1992 gegründete Förderkreis laut Satzung schon nach fünf Jahren auflösen müssen, denn nach der Sanierung und dem Anstrich der Fassade sollte Schluss sein. Doch daran war 1997 - und heute auch nicht - zu denken. Deshalb dürfte die Prognose von Beisitzer Wilhem Husch zutreffen: "Wir werden die Sache wohl vererben." Eine Bürgerinformations-Veranstaltung zu den Schäden an den Prümer Kirchtürmen ist heute um 19 Uhr im Konvikt. Spenden werden erbeten auf das Konto 6 881 785 bei der Volksbank Eifel-Mitte (Bankleitzahl 586 915 00) oder auf das Konto 500 299 90 bei der Kreissparkasse Bitburg-Prüm (Bankleitzahl 586 500 30).

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