Wenn eine Brücke trennt statt verbindet

Seit rund zehn Monaten schon dauern die Arbeiten an der Brücke über die Eisenbahn zwischen Lissendorf und Birgel an. Für die Geschäftsleute bedeutet das große Einbußen, weil aus dem Nachbarort niemand mit dem Auto zum Einkaufen kommt.

Lissendorf/Birgel. Eigentlich sollte die Brücke über die Eisenbahn zwischen Lissendorf und Birgel noch im vergangenen Jahr erneuert worden sein. Eigentlich. Doch zuerst hat die Verlegung eines Fernmeldekabels zu Verzögerungen geführt, weil zunächst weder der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein noch die DB-Systel, ein Tochterunternehmen der Bahn, für die Kosten der Verlegung aufkommen wollten.

"Wir sind rechtzeitig an die Bahn herangetreten und haben um die Verlegung gebeten", sagt Heinz Schalz, Leiter der Brückenbau-Abteilung beim LBM. Doch dort sei der Antrag lange liegengeblieben, ohne dass sich irgendetwas getan habe. Diese Verzögerung habe man durch das Vorziehen anderer Arbeiten ausgeglichen, so dass die Brücke trotzdem Ende des Jahres hätte fertiggestellt werden können. Hätte. Doch der frühe Wintereinbruch mit den frostigen Temperaturen habe etwa die Betonarbeiten völlig unmöglich gemacht, so Schalz.

Jetzt stehe die ausführende Baufirma bereit, die Arbeiten bei besserem Wetter fortzusetzen. In der Hauptsache bedeutet dies, dass die Bordsteine gesetzt und die beiden Rampen zur Brücke hin asphaltiert werden müssen. "Die Brücke selbst ist fertig", sagt Schalz.

In Lissendorf und Birgel hofft man unterdessen auf eine möglichst rasche Fertigstellung. "Die Brücke ist für uns und vor allem die Gewerbetreibenden extrem wichtig", sagt Lissendorfs Ortsbürgermeister Lothar Schun. Denn Lissendorf und der Nachbarort Birgel bildeten beinahe eine Einheit, die allermeisten Gewerbebetriebe seien in Lissendorf angesiedelt, und ohne die Brücke kämen die Birgeler nicht mehr mit dem Auto zum Einkaufen - was die Gewerbetreibenden bei ihren Umsätzen deutlich zu spüren bekommen. Auch der Durchgangsverkehr fehle. "Dass sich die Arbeiten jetzt so verzögert haben, ist wirklich ärgerlich", sagt Schun. Lange sei man davon ausgegangen, dass die Brücke noch im vergangenen Jahr fertig werde. Auch habe man seitens des LBM immer zeitnah über den Baufortschritt informiert. "Dass der Winter dann so früh kam und die Bauarbeiten nicht weitergehen konnten, ist wirklich Pech. Da kann man auch niemandem einen Vorwurf machen", sagt Schun.

Jetzt hoffen sowohl Schun als auch der LBM und die Lissendorfer Geschäftsleute, dass die Temperaturen endlich steigen und die Arbeiten fortgesetzt werden können - damit die Brücke endlich wieder verbindet und nicht trennt.

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