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Wenn eine gesperrte Straße in der Eifel zur Rennstrecke wird

Rowdys missachten Sperre zwischen Binsfeld und Herforst : Wenn eine gesperrte Straße in der Eifel zur Rennstrecke wird

Die L 39 zwischen Binsfeld und Herforst ist wieder frei. Doch schon zuvor ließen sich Autofahrer offenbar nicht von den Baustellenschildern abschrecken. Dorfchefin Sigrid Heinemann ist sauer.

Schick sieht sie aus, die frisch sanierte Landesstraße 39 zwischen Binsfeld und Herforst: die Fahrbahn glatt, die Markierungen in sattem Weiß. Und die Bagger, die Anfang März anrollten, sind sogar etwas früher abgezogen, als erwartet. Statt Anfang Mai waren sie schon Mitte April fertig.

Doch offenbar ist es einigen noch nicht schnell genug gegangen mit der Erneuerung der Pendlerstrecke Richtung Speicher und Trier. Nach Angaben der Herforster Ortsbürgermeisterin Sigrid Heinemann räumten viele Autofahrer kurzerhand Schilder und Absperrungen beiseite, und erzwangen sich so die Durchfahrt, auch während die Irreler Firma Kohl noch auf der L 39 zugange war. „Eine Unverschämtheit“, findet die Dorfchefin.

Doch damit nicht genug. Nicht nur die L 39, sondern auch Wald- und Feldwege seien statt der regulären Umleitung über die B 50 missbraucht worden. Anwohner, hätten der Bürgermeisterin außerdem von nächtlichen Autorennen auf der gesperrten Strecke berichtet.

All das freilich: strafbar, wie der Bitburger Polizeichef Christian Hamm erklärt. Und wenngleich das Brettern über verbotene Wegen meist kein hohes Bußgeld nach sich ziehe, könne ein solches Verhalten für die Fahrer dennoch teuer werden. Denn die hafteten im Zweifel für Schäden, die sie auf frisch geteerten Straßen hinterlassen. Zur Einordnung: Die Sanierung der L 39 hat etwa 280 000 Euro Steuergeld gekostet. Hätte die Firma nachbessern müssen, wären sicher ein paar Hundert Euro extra für Material und Arbeitsstunden fällig. Zwischen Herforst und Binsfeld sei es dazu zum Glück aber nicht gekommen, sagt Heinemann.

Überhaupt werden die Verkehrrowdys wohl davonkommen. Denn Anzeigen seien bei der Inspektion Bitburg keine eingegangen, sagt Hamm. Er appeliert in solchen Fällen an Bürger und Verwaltungen: Wer beobachte, dass jemand sich nicht an die Regeln halte, solle sich an die Polizei wenden.