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Wer nicht gestaltet, darf sich nicht beschweren!

Wer nicht gestaltet, darf sich nicht beschweren!

Es hat lange gedauert, aber es zeichnen sich nun immerhin Konturen künftiger Verbandsgemeinden ab: Kyllburg und Bitburg-Land werden wohl zueinander finden, die Obere Kyll und Hillesheim auch, Gleiches gilt vermutlich für Manderscheid und Wittlich-Land. Bei Morbach und Thalfang dürfte es schwieriger werden, das liegt jedoch nicht am mangelnden Willen, sondern am Problem, dass sich eine funktionierende Einheitsgemeinde und eine aus stolzen Dörfern bestehende Verbandsgemeinde strukturell schwer zusammenführen lassen.

In Kelberg, Irrel, Speicher und Kröv-Bausendorf ist es anders. Wenn dort überhaupt verhandelt wird, dann mit Forderungen, die keine Einigung zulassen. Dass damit Hunderttausende Euro Hochzeitprämie verschenkt werden, ist nur ein Aspekt, der diese Haltung schwer verständlich macht. Viel unverständlicher ist, dass man damit jede Form der Mitgestaltung aufgibt in der irrrigen Hoffnung, dass ihre VG so klein ist, dass sie in Mainz beim Zusammenlegen vergessen wird, oder weil man nachher die Chance haben will, bei allen Anlaufschwierigkeiten, die es geben wird, populistisch nach Mainz zu zeigen und zu sagen: Wir haben das ja nicht gewollt! Da machen sie es sich aber zu einfach: Denn bei allen Schwächen der Reformvorgaben - vom unnötigen Festhalten an Kreisgrenzen, über die Aussparung einer Debatte über den Sinn von Ortsgemeinden, bis hin zur seltsamen Zusammenstellung der Liste fusionspflichtiger Gemeinden, auf der Arzfeld, Traben-Trarbach und Kell am See unverständlicherweise fehlen - wird die Politikverweigerung einzelner Kommunen das Ergebnis nicht verbessern. Daran ist dann allerdings nicht Mainz allein schuld, sondern zum großen Teil die politischen Funktionäre, denen ihre Pöstchen wichtiger sind als eine effektive, zukunftsfähige Verwaltungsstruktur!