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Wer war Maria Kundenreich in Bitburg?

50 Jahre Eifelkreis : Wer war Maria Kundenreich?

In unserer Reihe „50 Jahre Eifelkreis“ stellen wir die erste Frau im Kreistag vor, die auch Vorsitzende des VDK und Richterin war. In Bitburg wurde sogar eine Straße nach ihr benannt.

  Stolze 91 Jahre ist sie geworden. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Maria Kundenreich im Jahr 1913 geboren. Mit ihrem Ehemann, Stabsintendant Heinz Kundenreich, kam sie nach Bitburg. Als Berufssoldat war Heinz Kundenreich in der alten Kaserne stationiert.

Im Alter von 32 Jahren traf seine Frau Maria  — wie  viele junge Frauen ihrer Generation — ein harter Schicksalsschlag: Ihr Gatte fiel im Zweiten Weltkrieg, und zwar Anfang 1945 bei Breslau . Maria Kundenreich wurde damit zur Kriegswitwe. Dennoch blieb sie bis ins hohe Alter in Bitburg.

Nach dem Krieg widmete sie sich der Versorgung von Kriegsopfern. Auch im „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner“ (VdK) engagierte sie sich sozial: Von 1949 bis 1991 war sie Vorsitzende des VdK-Kreisverbandes Bitburg-Prüm, ehe sie diesen Posten an ihren bisherigen Stellvertreter, Alfons Jakobs aus Schönecken, übergab. Daneben war sie ehrenamtlich als Richterin am Bundessozialgericht in Kassel tätig sowie jahrelanges Mitglied des Kreistags (CDU).

Maria Kundenreich, die „Frau der ersten Stunde“, war das erste weibliche Mitglied im Kreistag im kurz zuvor gegründeten Kreises Bitburg-Prüm, der heute Eifelkreis Bitburg-Prüm heißt. Ab dem 10. Dezember 1970 wirkte sie aktiv am Geschehen im Kreistag mit.

Ihr Lebenswerk fand Anerkennung: Sie wurde mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse und der Goldenen Ehrennadel des VDK ausgezeichnet.

Im Jahr 2015 wurde die Straße, die von der Mötscher Straße in die „Alte Kaserne“ mündet, nach ihr benannt: Passenderweise liegt heute unter anderem das Sozialamt in der Maria-Kundenreich-Straße.

Kurz vor ihrem 92. Geburtstag (2005) starb die sozial engagierte Frau in einem Altenheim in Karlsruhe. Sie galt als Vorbild für viele Frauen, die sich während und nach dem Krieg allein um ihre Familie kümmern musste.