Wer zahlt, darf auch gestalten

Wer zahlt, darf auch gestalten

Die zukünftigen Strukturen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Trier in Schweich und die Gründung eines gemeinsamen diakonischen Werkes der Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach waren die beherrschenden Themen bei der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier im Haus der Jugend in Bitburg.

Bitburg. (rh) Hier wurde Kirche nicht nur verwaltet, hier wurde auch Kirche gelebt. Die rund 100 Delegierten begannen ihre Tagung mit einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche und schlossen mit einer Andacht. "Mit den Ergebnissen des Tages sind wir sehr zufrieden. Die wichtigen Themen waren sorgsam vorbereitet", sagte Superintendent Christoph Pistorius im Gespräch mit dem TV. Den Rahmen der Kreissynode hatte Hans-Ulrich Ehinger, evangelischer Pfarrer in Bitburg, mit Helfern im Haus der Jugend gestaltet. Die Kreissynode ist das Parlament des Evangelischen Kirchenkreises Trier. Dazu gehören die 24 evangelischen Gemeinden zwischen Saar, Eifel, Mosel und Hunsrück. Hier leben rund 57 500 evangelische Christen. Die Kreissynode tagt zweimal im Jahr und entscheidet über die Arbeit des Kirchenkreises in inhaltlicher und finanzieller Hinsicht.Stiftungssatzung soll geändert werden

"Und genau hier haben wir zwei entscheidende Weichen gestellt", sagte Pistorius. Der Evangelische Kirchenkreis ist einer von vier Stiftern der Dietrich-Bonhoeffer-Stiftung Trier, die das evangelische Ganztagsgymnasium in Schweich als Trägerin betreibt. "Hier wollen wir uns nach Problemen in der Vergangenheit künftig stärker engagieren. Die Schule ist uns sehr wichtig. Dieses Signal hat die Synode deutlich gesetzt", formulierte Pistorius.Aus der übernommenen finanziellen Verantwortung erwachse auch eine Leitungsverantwortung, ergänzte Jörg Weber, Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Wer sich finanziell stark engagiere, müsse auch entsprechenden Gestaltungseinfluss haben. Beabsichtigt ist eine Änderung der Stiftungssatzung. Der Kirchenkreis will ein stärkeres Mitspracherecht erreichen. Der Superintendent soll künftig Mitglied des Stiftungsvorstandes sein. Über die strukturellen Veränderungen hinaus soll perspektivisch gearbeitet werden. Die Gründung eines gemeinsamen Diakonischen Werks der Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach war das zweite große Thema. Die Synoden der beiden Kirchenkreise tagten am Wochenende zeitgleich und berieten den Gesellschaftervertrag. Sie stellten die Weichen für das gemeinsame Diakonische Werk, das ab dem 1. Januar 2008 als gemeinnützige GmbH in beiden Kirchenkreisen arbeiten wird. Die schon seit einigen Jahren bestehende Zusammenarbeit der Kirchenkreise in Schwangeren-, Schuldner und Asylberatung wird mit der Gründung eines gemeinsamen Diakonischen Werks als GmbH auf eine zukunftsfähige, organisatorische Basis gestellt. sDamit kommt es in Rheinland-Pfalz im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland zum ersten Mal zur Gründung eines gemeinsamen Diakonischen Werks in der Trägerschaft zweier Kirchenkreise.Der Haushaltsplan des Kirchenkreises für das Jahr 2008 wurde beraten und beschlossen. Die Kämmerer rechnen mit höheren Einnahmen.