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Wer zusammen spielt, streitet weniger

Wer zusammen spielt, streitet weniger

BITBURG/DUDELDORF/SCHÖNECKEN. Die Ausbildung zum Schüler-Assistenten hat im Bitburger St. Willibrord-Gymnasium begonnen. Schüler und Lehrer aus mehreren Schulen sowie Eltern nehmen an dieser Ausbildung teil. Sie sind mit Eifer beim Projekt dabei.

Was ist ein Schülerassistent? "Ein Schülerassistent engagiert sich über die üblichen Maße hinaus im sozialen Bereich für seine Mitschüler und die Schulgemeinschaft", erklärt Renate Richartz, Sport- und Verbindungslehrerin am St. Willibrord-Gymnasium in Bitburg. Die Ausbildung eines Schülerassistenten dauert 30 Unterrichtsstunden und findet an drei Wochenenden statt. Teilnehmen dürfen Schüler ab der achten Klasse. Ein Schülerassistent soll in den Pausen und Freistunden Mitschüler animieren, die von ihm gestalteten Freizeitangebote wahrzunehmen. Insgesamt acht Schulen mit 43 Schülern nehmen an der Schülerassistentenausbildung 2005 teil. Sie kommen vom St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg (Gastgeber), von der Grundschule Dudeldorf, der Grund- und Hauptschule Schönecken, der Regionalen Schule Bleialf, dem Gymnasium Gerolstein, der Hauptschule Prüm, der Regionalen Schule Manderscheid und der Dualen Oberschule Wittlich. Jede teilnehmende Schule erhält eine Spielekiste im Wert von 1000 Euro, die viele Spiele und Anleitungen enthält.Berührungsängste schwinden

Zunächst stand eine Einführung von Ralph Alt, Referent der Sportjugend Rheinland-Pfalz, in kreativen Bewegungsformen, Abenteuer- und Erlebnissport auf dem Programm. Er vermittelte Tipps und Tricks, wie die Schüler in den Pausen und bei Schulfesten ihre Mitschüler zum Spielen motivieren können. "Nach dieser Ausbildung haben die Schüler keine Berührungsängste mehr", erklärt er. "Ich werde sogar noch nach Jahren von Schülern kontaktiert, um mit ihnen weitere Vorschläge und Tipps zu besprechen. Die Schüler sind sehr interessiert und engagiert." Schülerassistenten übernehmen auch viel Eigenverantwortung. "Es ist wichtig, dass Schülerassistenten ihre Mitschüler motivieren, denn die Schüler lassen sich doch eher von Mitschülern was sagen und sich motivieren als von den Lehrern. Deshalb bilden wir die Schüler aus", sagt Alt.Ausbildung sehr beliebt bei Schülern

Gewaltprävention durch Spiele - das ist einfach gesagt. Aber wie lässt sich das umsetzen? "Ganz einfach: Wenn die Schüler in den Pausen miteinander spielen, streiten sie nicht, und es gibt weniger Auseinandersetzungen", erläutert Renate Richartz. "Wir haben festgestellt, dass sich die Gewalt an Schulen dadurch reduzierte. Die Angebote sind für die Schüler interessant und animieren sie zu mehr Bewegung. Die Pausen werden dabei sinnvoll genutzt." Die Ausbildung zum Schülerassistenten ist unter den Schülern sehr beliebt: "Wir haben für diese Ausbildung so große Nachfragen, dass wir einigen Schülern leider absagen mussten", berichtet Richartz. "Die Schüler qualifizieren sich für diese Ausbildung nicht aufgrund schulischer Leistungen, sondern nach ihrem sozialen Engagement und ihrer Einsatzbereitschaft." An den kommenden Wochenenden erwarten die angehenden Schülerassistenten Anleitungen in Inline-Skating, Fair-Play-Verhalten oder Klettern. Alle zwei Jahre findet diese Ausbildung innerhalb der Europäischen Union statt. Dabei lernen sich Schüler aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland kennen und werden gemeinsam zum Assistenten ausgebildet.