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Wetterradar: Keine Windräder im Umkreis

Wetterradar: Keine Windräder im Umkreis

Die Verbandsgemeinde Kyllburg arbeitet derzeit an einer Neuausweisung von Windkraftstandorten. Eine Studie, die bis zum Ende der Sommerferien vorliegen soll, setzt sich dabei auch mit den Einschränkungen auseinander, die durch das Wetterradar in Neuheilenbach zu erwarten sind.

Kyllburg. Das aktuelle Angebot ist überschaubar: Derzeit gibt es in der Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg lediglich fünf Windräder. Davon stehen vier auf der Gemarkung Kyllburgweiler und die fünfte bei Steinborn.
Dabei soll es allerdings nicht bleiben, schließlich hat das Land Rheinland-Pfalz als Ziel vorgegeben, dass zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergie bereitzustellen sind. Außerdem spült das Aufstellen von Windrädern Geld in die Gemeindekassen, auf deren Gebiet sich die Rotoren später drehen.
Und so sollen auch in der VG Kyllburg künftig noch mehr Windräder aufgestellt werden: Doch um weitere Anlagen errichten zu können, ist auch in der VG Kyllburg zunächst die Überarbeitung des Flächennutzungsplans notwendig. Dieser Plan regelt nämlich unter anderem, welche Flächen für Windkraft genutzt werden können. Wie viele Anlagen infolge der Planänderung hinzukommen könnten, ist momentan noch völlig offen. Allerdings soll sich das bald ändern.
Ein Planungsbüro arbeite derzeit an der Erstellung einer Windenergiestudie, auf deren Grundlage dann neue Standorte im Flächennutzungsplan ausgewiesen werden könnten, erklärt Peter Weis von der Kyllburger VG-Verwaltung. Zu konkreten Gebieten oder aber der Anzahl neuer Anlagen könne jedoch erst etwas gesagt werden, wenn Ergebnisse vorlägen, sagt Weis, der davon ausgeht, dass dies zum Ende der Sommerferien, also Mitte August, der Fall sein dürfte.
Einschränkungen bei Standorten


Zwei Problemfelder, mit denen sich das beauftragte Planungsbüro bis dahin auseinandersetzen muss, sind zum einen das Wetterradar in Neuheilenbach und zum anderen der US-amerikanische Stützpunkt Spangdahlem. Aufgrund der Nähe zum Militärflughafen sind aus Sicht der Verwaltung durchaus Einschränkungen zu erwarten.
Gleiches gilt für die Neuheilenbacher Radarstation. Dort ist im Umkreis von fünf Kilometern die Errichtung von Windkraftanlagen gänzlich ausgeschlossen, wovon neben Neuheilenbach auch die Gemeinden Burbach, Balesfeld, Neidenbach, Usch und Zendscheid sowie aus der benachbarten VG Prüm der Ort Wawern betroffen sind.
Und auch im weiteren Umkreis von 15 Kilometern ist das Aufstellen von Windrädern nur mit Einschränkungen erlaubt (siehe Extra). Die mit der Wetterstation verbundenen Auflagen gelten damit für ein Gebiet von mehr als 700 Quadratkilometern und damit auch für die gesamte VG Kyllburg, deren Grenze gerade mal 154 Quadratkilometer umfasst. Das heißt: Wo auch immer in der VG Kyllburg neue Windkraftanlagen entstehen sollen, müssen diese im Einklang mit der Radarstation in Neuheilenbach stehen.
Die Suche nach geeigneten Standorten ist jedoch nicht die einzige Herausforderung. Es sei denn, die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in der VG Kyllburg keine neuen Windkraftanlagen errichtet werden können.
Ansonsten jedoch stellt sich die Frage, wer die neuen Anlagen bauen und betreiben soll. Die Verwaltung wolle zunächst das Ergebnis der Untersuchung abwarten, erklärt Weis. "Basierend auf dieser Studie soll dann das Thema mit den Kommunen diskutiert werden", fügt er hinzu.
Grundsätzlich aber strebe die Verwaltung eine Art Solidarpakt an, um so möglichst viele Kommunen an den Einnahmen zu beteiligen.Extra

Während im Umkreis von fünf Kilometern um das Wetterradar Neuheilenbach Windkraftanlagen komplett verboten sind, gelten im Umkreis von mehr als fünf bis 15 Kilometern gestaffelte Höhenvorgaben. Je weiter die Anlage also vom Radar entfernt ist, desto höher darf gebaut werden, wobei sich diese Höhenangabe nicht auf die Größe des Windrads, sondern auf die Gesamthöhe über dem Meeresspiegel bezieht. In fünf Kilometern Entfernung darf die oberste Spitze der Anlage demnach nur 586 Meter über dem Meeresspiegel liegen, in 15 Kilometern Entfernung sind es 602 Meter. Geht man also von Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von rund 200 Metern aus, so darf der ausgewählte Standort nicht höher als 400 Meter sein. uhe