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Wie aus Sportlern Schauspieler wurden

Wie aus Sportlern Schauspieler wurden

Die Theatergruppe des Sport- und Spielvereins (SSV) Pronsfeld feiert im Januar 30-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gibt\'s einen Schwank in drei Akten.

Pronsfeld. Bereits Mitte der 70er Jahre machte sich der SSV-Vorstand unter dem Vorsitz von Ewald Hansen Gedanken darüber, wie man den inaktiven Mitgliedern für ihre Treue zum Verein etwas bieten könnte. Dies führte zu dem Ergebnis, in regelmäßigen Abständen einen Mitgliederabend auszurichten.
Der erste fand 1978 im Saal Zwicker statt, ein zweiter folgte 1980. Programmpunkte waren unter anderem Auftritte der singenden Familie Igelmund, Zauberpater Lehnertz und der Volkstanzgruppe Körperich. 1982 wurde eine neue Ära eingeleitet.
Es war Hans-Josef Schenk, der die Idee von Hermann Kleusch und Robert Neumann in die Tat umsetzte. Er stellte aus aktiven SSV-Sportlern eine Theatergruppe zusammen und übernahm das Amt des Regisseurs. Die ersten beiden Stücke spielte man noch im Saal Zwicker auf einer von der DJK Auw geliehenen Bühne. 1986 erfolgte dann der "Umzug" in die neu erbaute Turnhalle. Die Gemeinde Pronsfeld beschaffte eine Bühne, der Verein ließ einen Vorhang anfertigen und besorgte die entsprechenden Licht- und Beschallungsinstrumente.
So entstanden für Darsteller und Zuschauer gute Bedingungen. Im Zwei-Jahres-Rhythmus boten die SSV-Laienspieler ihren Zuschauern gute Unterhaltung. Gespielt wurden ausschließlich Komödien. Die Premiere ist traditionell und exklusiv für alle SSV-Mitglieder und Gönner des Vereins bestimmt, die zweite Vorstellung ist dann für die Allgemeinheit zugänglich. Das die SSV-Theatergruppe sich im Laufe der Jahre ein hervorragendes Image unter den Theaterfreunden verschaffte, ist ein besonderes Verdienst von Hans-Josef Schenk. Mit hoher fachlicher Kompetenz sowie seiner einfühlsamen und freundlichen Art formte er aus SSV-Sportlern, die noch nie vorher auf einer Theaterbühne standen, engagierte Charakterdarsteller. Sein besonderes Markenzeichen war die Umschreibung der Stücke auf Pronsfelder Lokalkolorit. Nachdem er 1994 sein Amt zur Verfügung stellte, folgten ihm als Regisseure Fredi Blum, Wolfgang Bonefas und Robert Waxweiler. Die Auftritte waren und sind wohl für jeden Akteur ein besonderes Erlebnis. Speziell das "Kribbeln im Bauch" vor dem ersten Gang hinaus auf die Bühne, vor das voll besetzte Haus, bleibt unvergesslich.
Gerne erinnern sich die Spieler an die Probezeiten sowie die zahlreichen Ausflüge. Entwickelte sich doch in diesen gemeinsamen Zeiten eine hervorragende Kameradschaft, die Basis für erfolgreiche Auftritte. Aber was wären die Schauspieler ohne die vielen Helfer hinter den Kulissen: Souffleure, Maskenbildner, Bühnenbauer und -dekorateure, sie alle tragen zum Gelingen einer Veranstaltung bei. Die Theatergruppe ist heute laut Verein nicht mehr aus dem Sport- und Spielverein wegzudenken. red
Extra

"Hurra, ein Junge" heißt der Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach, der am Samstag, 14. Januar, um 20 Uhr in Pronsfeld in der Turnhalle auf die Bühne kommt. Karten für die Vorstellung gibt es im Salon Binz in Pronsfeld, Telefon 06556/267. Zum Inhalt: Seit ein paar Jahren sind Henny und Professor Waldemar Weber glücklich verheiratet, bis jetzt aber ohne Nachwuchs. Vor allen Dingen die Schwiegereltern, der sittenstrenge Minister Nathusius und seine Frau Mathilde, bedauern außerordentlich die Kinderlosigkeit des jungen Paares. Der Professor bewahrt allerdings ein mehr oder weniger großes Geheimnis aus seiner ersten Ehe. An einem Hochzeitstag droht dieses Geheimnis, gelüftet zu werden. Es hat sich jemand angesagt, der eine Katastrophe auslösen könnte. Rechtsanwalt Wehling versucht seinem Freund Waldemar beizustehen, und einen Eklat abzuwenden. Bis der Friede in der Familie wieder hergestellt ist, sind allerhand Turbulenzen durchzustehen.