Wie die Leser das neue Folklore-Konzept in Bitburg finden: Die einen sagen so, die anderen so

Wie die Leser das neue Folklore-Konzept in Bitburg finden: Die einen sagen so, die anderen so

TV-Leser diskutieren über das neue Folklore-Konzept. Auch die Stadt hat eine Umfrage gestartet.

Kein Festumzug, dafür mehrere Bühnen mit Folklore-Programm: Mit diesem neuen Konzept ging die Stadt dieses Jahr zum ersten Mal an den Start. Überwiegend kommt das bei den TV-Lesern gut an, aber es gibt auch kritische Stimmen.

Die Stadt selbst hat am Folklore-Sonntag Zettel auf den Tischen ausgelegt. "Wir wollen natürlich auch wissen, wie die Bürger die Neuerungen bewerten", sagt Michaela Noe von der Stadtverwaltung. Ihr erster Eindruck: "Die meisten findet das neue Konzept gut." Die umfassende Auswertung der Fragebögen - rund 250 wurden abgegeben - ist in Arbeit.

Hier die Meinungen von TV-Lesern:

Gertraud Helm-Walter und Klaus-Peter Walter, Bitburg: "Der Umzug hat keinesfalls gefehlt. Es war ein Gewinn: kein stundenlanges Stehen, keine Riesenlücken zwischen den Gruppen, immer etwas zu Essen oder Trinken in greifbarer Nähe. Die Idee, das Festival auf viele kleine Spielorte zu verteilen, ist hervorragend.
Man flaniert, bleibt eine Weile, wo es einem gefällt, und kann wieder weiterziehen. Gut ist auch, den Platz "Am Konrad" einzubeziehen. Mit den Liegestühlen gab es dort eine besondere, südländische Atmosphäre."

Lydia und Arnold Krag, Fließem: "Das neue Konzept ohne Umzug hat mir und meiner Frau sehr gut gefallen. Wir konnten dank der verschiedenen Bühnen sowie der Verteilung der Besucher in der Fußgängerzone, viel besser mit dem Rollstuhl am Fest teilnehmen. Es wäre gut, wenn es an den Bühnen einen abgesperrten Bereich für Rollstuhlfahrer geben könnte, damit diese nicht durch rücksichtslose Besucher in der Sicht zusätzlich beeinträchtigt werden und besser teilhaben können."

Christian Jäger, Bitburg: "Ich finde es schade, dass der Umzug abgeschafft wurde. Es war immer der Höhepunkt des Fests. Dabei konnte man alle Gruppen bewundern und nicht wie jetzt, nur wenige, weil man von Platz zu Platz rennen muss. Hätte es am Sonntag kein Freibier und keine Taufe gegeben, dann wären mit Sicherheit viele Besucher fern geblieben.
Wenn ich jetzt lese, dass man nun auch den Festplatz aufgeben und alles in und vor die Stadthalle pressen will, verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Das Fest funktioniert seit über 50 Jahren und nun kommen neue Ideen, die das Fest kaputtmachen."

Jutta Scheider, Bitburg: "Ich bin schon sehr enttäuscht! Ich fand den Umzug wichtig. Und die Pausen zwischen den Gruppen sind eine Frage der Organisation. Ohne Umzug ist es, als hätte man dem Fest das Herz rausgerissen. Das haben auch viele Auswärtige gemerkt, die nur deshalb gekommen sind. Gut fände ich eine Bürgerumfrage. Da kommen bestimmt tolle Ideen zusammen."

Petra Platz, Bitburg: "Wir von den Dudeldorfer Lions Pipes and Drums haben spontan mit der Dudelsackgruppe aus Frankreich gemeinsam musiziert. Das ist es, was das Festival ausmacht: Freundschaften schließen und nette Stunden miteinander verbringen.
Deshalb hat uns das neue Programm mit den vielen Bühnen besser gefallen. Beim Umzug haben die teilnehmenden Gruppen nicht solche Möglichkeiten, spontan was gemeinsam zu machen."

Christina Dörr, Bitburg: "Es gab mal gut besuchte Salsanächte im Festzelt. Dann wurde dieses Event nach draußen verlegt und fiel mehrmals ins Wasser.
Dieses Jahr war die Werbung dafür recht dürftig. Dennoch waren etliche Salsatänzer nach Bitburg gekommen. Aber der DJ spielte zeitweise keine Salsamusik!! Er kannte nicht mal Bachata oder andere Tanzrichtungen, die zu einer Salsanacht gehören. Deshalb sind viele wieder gefahren. Tänzer brauchen gute Musik."