Wie die Maulwürfe: Bauarbeiten an der Eifel-Pipeline schreiten voran

Energie : Wie die Maulwürfe: Bauarbeiten an der Eifel-Pipeline schreiten voran

Die Eifel-Pipeline soll Wasser, Strom, Gas und Daten quer durch die Eifel transportieren. Ein Bauabschnitt ist fertig, bis Sommer soll ein weiterer hinzukommen.

Ein tiefer Graben bahnt immer weiter seinen Weg durch die Eifel. In ihm liegen Rohre. Diese Leitungen sollen in Zukunft die Versorgung der Eifel mit Trinkwasser, Energie und Breitband sicherstellen. Bis das so weit ist, wird es noch dauern. Denn die Bauarbeiten am Riesenprojekt Eifel-Pipeline laufen noch eine Zeit lang – doch sie laufen gut. „Bislang sind wir eigentlich hochzufrieden“, sagt Helfried Welsch, Technischer Vorstand der Kommunalen Netze Eifel (KNE).

Das Projekt: Wagen wir einen kurzen Blick in die Zukunft. Das Verbundprojekt Eifel, das die sogenannte Eifel-Pipeline beinhaltet, ist ein Vorhaben der KNE, die wiederum der Betriebsführer der Wasserversorgung des Eifelkreises Bitburg-Prüm sind. Das Projekt wird von den Landwerken Eifel umgesetzt an denen neben den KNE auch die Stadtwerke Bitburg und die Verbandsgemeinden Bitburger Land, Speicher, Südeifel, Trier-Land und der Zweckverband Wasserwerk Kylltal beteiligt sind.

Das Projekt umfasst zwei Trassen, die die Bürger in Zukunft mit sauberem und bezahlbarem Trinkwasser versorgen sollen. Die Hauptrasse wird von der nordrhein-westfälischen Grenze im Norden auf 80 Kilometern bis nach Trier verlaufen. Ebenfalls mit eingebaut werden Glasfaser- und Gasleitungen, ins System eingebunden sind außerdem Anlagen für Strom aus Biogas, Wind, Sonne und Wasser.

 So können die angrenzenden Orte und deren knapp 30 000 Haushalte in Zukunft mit schnellem Internet versorgt werden. Außerdem wird eine Ost-West Trasse gebaut, die auf 45 Kilometern durch die Verbandsgemeinden Wittlich-Land, Speicher, Trier-Land, Bitburger Land und Südeifel verläuft. Sie verbindet sieben Biogasanlagen und wandelt deren Biogas am Flugplatz Bitburg in Erdgas um. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf circa 100 Millionen Euro. Es soll bis 2023 fertig sein.

Die Fortschritte: Und es sieht gut aus, dass das auch klappt. Auch wenn es am Anfang Probleme gab. Eigentlich sollten die Bauarbeiten mit dem Spatenstich im Juni anfangen – doch daraus wurde nichts. „Wir konnten erst im September mit den Bauarbeiten beginnen“, sagt Helfried Welsch.

Grund waren Verzögerungen bei der Vergabe der Arbeiten. Und dann kam noch die Landesarchäologie um die Ecke und hatte „potenzielle Verdachtsmomente“. Immer wieder waren mehrere Archäologen mit in der Baugrube und untersuchten den Boden. „. Wir haben bei der Trasse an verschiedenen Stellen archäologische Befunde und Funde angetroffen, die wir dokumentiert und geborgen haben“, erklärt Lars Blöck vom Rheinnischen Landesmuseum Trier. 

Die Befunde seien jedoch nicht sehr umfangreich, was daran liege, dass „die zu untersuchende Grabenbreite sehr schmal war“ Teuer wurde es dennoch, denn nach dem Denkmalschutzgesetz muss bei solchen Verdachtsmomenten ein Prozent der Bausumme an die Landesarchäologie abgetreten werden. Doch als es dann im September losging, wurde unter Hochdruck gebaut. „Der erste Abschnitt ist komplett fertig“, sagt Welsch. Dieses 8,4 Kilometer lange Stück umfasst den nördlichen Bereich der VG Bitburger Land.

Dieser kann nun auch komplett durch die KNE versorgt werden. Bisher war das nur für den Teil der ehemaligen VG Kyllburg der Fall. Außerdem wurden in diesem Gebiet Glasfaserkabel verlegt. „Dadurch wollen wir die Versorgungssicherheit in Menge und Qualität sicherstellen“, erklärt Welsch.

Laut dem Pressesprecher der Stadtwerke Trier, Carsten Grasmück, verlief dieser Abschnitt nach Plan: „Wir liegen dabei voll und ganz im Kosten- und Zeitplan.“ Die Kosten könnten jedoch aufgrund von noch laufenden Ausschreibungen nicht genannt werden. Momentan laufen die Bauarbeiten auf dem Ost-West-Abschnitt, der die sieben Biogasanlagen miteinander verbindet. Dieser wird am Ende 40 Kilometer lang sein. „Davon haben wir bis jetzt 20 Kilometer verlegt“, sagt Helfried Welsch.

Unter den Anlagen ist auch eine in Heidweiler in der VG Wittlich-Land. Damit ist die VG Speicher an das Verbundsystem angeschlossen. Die Biogas- und Glasfaserleitungen auf diesem Abschnitt werden durch Arbeiter der SWT verlegt und die gesamte Baumaßnahme durch eigenes Personal beaufsichtigt. „Wir wollen das selbst überwachen“, begründet das Helfried Welsch. Der dritte Bauabschnitt von Höhe Schleid bis Rittersdorf wird momentan europaweit ausgeschrieben.

Dieser wird etwa zehn Kilometer lang. Wenn alles glatt läuft, könnten die Arbeiten dort im März vergeben werden. Die Arbeiten an den Abschnitten laufen parallel. Dadurch bestehe weniger Risiko, dass bei Problemen an einer Baustelle das gesamte Projekt stillstehe, erklärt Welsch. Momentan gebe es wenige Kritiker, man stoße bei den Bürgern auf „positive Rückmeldungen“.

Die Zukunft: Ein Teil des Projektes, der bald angegangen wird, ist das Wasserwerk in Bettingen. Dieses soll ausgebaut werden. Dort sollen etwa zehn Prozent der Wasserabgabe des Projektbereiches behandelt werden. Behandeln heißt hier enthärten, wenngleich laut Helfried Welsch ein „sehr gutes Grundwasser“ vorhanden sei. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten beginnen. „Im Jahr 2020“, sagt Welsch, „würden wir gerne mit dem Wasserwerk in Betrieb gehen.“

Außerdem soll mit dem letzten Abschnitt der Ost-West-Achse begonnen werden. Dieser erschließt die Biogasanlagen bis in die VG Südeifel. Die Umsetzung soll noch in 2019 erfolgen.

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