Wie die Prümer ihre Stadt aufmöbeln wollen

Prüm · Das Prümer Stadtentwicklungs- und Einzelhandelskonzept ist auf dem Weg, der Stadtrat hat den vorgestellten Entwurf anerkannt. Nun können auch die Geschäftsleute ihre Anmerkungen vorbringen. Auch die Ratsmitglieder behalten sich noch Änderungen vor.

Prüm. Kurzfristige Verwirrung um das Stadtentwicklungs- und Einzelhandelskonzept für Prüm: Eigentlich sollte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend über das vom Bitburger Planungsbüro Isu ausgearbeitete Konzept befinden und den Entwurf anerkennen.
Schwerpunkt Bahnhofstraße


Dabei geht es darum, eine klare Grundlage für die Stadt zu schaffen. Kernpunkt ist der zentrale Versorgungsbereich in der Innenstadt, der bei der Entwicklung die oberste Priorität genießt. Zweiter Schwerpunkt ist die Bahnhofstraße, wo sich vor allem der großflächige Einzelhandel angesiedelt hat. Daneben gibt es im Gerberweg (Aldi-Markt) sowie am Umweg (Hit-Markt) zwei Bereiche für die Nahversorgung. Ergänzungsstandorte sind in Niederprüm und Dausfeld vorgesehen.
Darüber hinaus wird eine Sortimentsliste festgelegt, in der geregelt ist, welche Branchen als innenstadtrelevant gelten und sich deshalb nur dort ansiedeln dürfen.
Doch offenbar hatten einige Stadtratsmitglieder bislang nur die rund 25-seitige Kurzfassung des Entwurfs vorliegen. Diese stammt im Wesentlichen noch aus dem Herbst vergangenen Jahres und wurde seitdem vor allem um Erklärungen und detaillierte Ausführungen ergänzt. Außerdem wurde es im vergangenen Oktober bei einer Einwohnerversammlung diskutiert (der TV berichtete). Mittlerweile umfasst das Konzept, in dem die verschiedenen Branchen der Stadt erfasst und die zentralen Versorgungsbereiche ausgewiesen werden, mehr als 100 Seiten.
"Ich kann schlecht über etwas abstimmen, was ich nicht gelesen habe", beklagte Christine Kausen von der Liste Kleis und Vorsitzende des Gewerbevereins. Sie habe nicht gewusst, dass es mittlerweile eine längere Version gebe, sie habe nur die Kurzfassung vorliegen. "Es wäre schön, wenn der komplette Entwurf allen Fraktionen zugegangen wäre", sagte auch SPD-Fraktionssprecher Markus Fischbach.
"Ich bin etwas verwirrt", sagte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Man habe beim Vorgespräch zur Stadtratssitzung dar über gesprochen, und niemand habe das Fehlen der Langfassung beklagt - die ihr ebenfalls nicht vorgelegen habe. Doch nun soll das komplette Konzept vom Büro Isu umgehend allen Fraktionen zugeleitet werden.
Um in der Sache aber nicht aufgehalten zu werden, hat der Stadtrat dennoch einen ersten Haken unter das Konzept gesetzt. "Das ist ja auch nur ein Entwurf", sagte Klaus Zimmermann vom Büro Isu. Substanziell seien vor allem die Festlegung der zentralen Versorgungsbereiche in der Innenstadt und in der Bahnhofsstraße sowie die Sortimentsliste, die als relevant für die Innenstadt eingestuft werde. All das sei aber auch in der Kurzfassung enthalten.
Stellungnahmen gefordert


Mit der nun erfolgten Anerkennung durch den Stadtrat können im nächsten Schritt die Träger öffentlicher Belange wie die Kreisverwaltung, die Industrie- und Handelskammer oder Nachbarstädte einbezogen werden. Auch der Prümer Stadtrat, der Gewerbeverein sowie die Geschäftsleute der Stadt können ihre Anmerkungen in einem parallel verlaufenden Verfahren vorbringen.
Änderungen im Konzept seien nach wie vor möglich, sagt Zimmermann. Wenn es wirklich wesentliche Änderungen gebe - was unwahrscheinlich sei -, könne man die Träger öffentlicher Belange notfalls erneut anhören.Extra

Die Stadt Prüm wird den Bebauungsplan für den Prümer Teichplatz anpassen. Das hat der Rat in seiner Sitzung beschlossen. Auf dem Parkhaus ist ein neues Betreuungs- und Pflegezentrum geplant (der TV berichtete), doch der derzeit gültige Bebauungsplan sieht Giebeldächer vor. Interessierte Bürger, die sich dar über informieren wollen, was genau dort geplant ist, können sich demnächst auf der Verbandsgemeindeverwaltung die Entwürfe einsehen. ch

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