Wie ein Staatsbetrieb

Wenn manStaatsbetriebe in Privatunternehmen verwandelt, muss man ihnenunternehmerische Freiheit geben. Dies kann dazu führen, dassServiceleistungen, die unabhängig von ihrer Rentabilität dem Zieleiner möglichst gleichmäßigen Versorgung dienten, eingeschränktwerden. Dagegen ist wenig einzuwenden. Man fragt sich allerdings,warum die inzwischen private Post bei ihren Umstrukturierungenstets überaus ungeschickt ist. Vermutlich gab es in Bitburg undanderen Orten der Eifel tatsächlich viele unrentable Briefkästen.Das begründet jedoch nicht, dass man mit schlafwandlerischerSicherheit genau jene demontiert, die Senioren oder Behindertenoder Geschäftsleuten das Leben erleichtert haben. Der vielgenutzte Briefkasten in der Erdorfer Straße ist nur ein besondersaugenfälliges Beispiel, der am Marktplatz in Neuerburg einweiteres. Ohne Fingerspitzengefühl - und offenbar auch ohneökonomische Abwägung - werden Verordnungen umgesetzt. Daran zeigtsich das Kernproblem der Post: Sie argumentiertprivatwirtschaftlich, agiert aber wie ein Staatsbetrieb. ross@volksfreund.de