Wie schnell Ereignisse Geschichte werden
Auf ihrer Reise durch das Land macht die Wanderausstellung zur Volksvertretung des Landes im Gymnasium in Neuerburg Station. In den nächsten Wochen sollen vor allem die Schüler der umliegenden Schulen die Informationen der Landtagsverwaltung nutzen.
Neuerburg. (stbr) Jungen Menschen die politische Arbeit näherzubringen ist das Ziel der Wanderausstellung "Der Landtag Rheinland-Pfalz", die bis zum 11. November im Eifelgymnasium Neuerburg zu sehen ist. Schulleiter Günter Scheiding eröffnete die Ausstellung in Anwesenheit von Landtags-Vizepräsident Heinz-Hermann Schnabel.
In ihren Ansprachen gingen Scheiding und Schnabel besonders auf die Jugend ein. In ihren Reden thematisierten sie den Umstand, dass für die derzeitigen Schüler der 20. Jahrestag des Mauerfalls ebenso wie die Deutsche Teilung bereits Geschichte ist, die sie nur noch aus Erzählungen und Filmen kennen.
Vor dem Hintergrund einer wachsenden Entfremdung der Jugend von der Politik sollen die politischen Instrumente den Schülern vor Ort nahegebracht werden. Im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund sagte Schnabel: "Wir haben eine repräsentative Demokratie. Die Volksvertreter berücksichtigen die öffentliche Meinung, versuchen aber, die beste Lösung zu finden. Da man schnell Bürgerkampagnen aufstellen kann, um gegen etwas Stimmung zu machen, sollen die Schwellen für die Instrumente direkter Demokratie hoch genug gelegt werden."
Die Ausstellung zeigt anhand von Informationstafeln und audiovisuellen Beiträgen die Aufgaben, Beteiligten und Geschichte der politischen Willensbildung des Landes. Unter anderem wird die Konstitution des Landes Rheinland-Pfalz und damit des Landtages 1946 erläutert.
Ein Sonderteil der Schau befasst sich mit dem besonderen Einfluss der rheinland-pfälzischen Delegierten des Parlamentarischen Rates, der später zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland führte. Die Ausstellung reist seit nunmehr vier Jahren durch die Bundesrepublik; mittlerweile befindet sie sich auf ihrer 40. Station. Besonders zu ihrem Besuch aufgerufen sind die Schulen der näheren und weiteren Umgebung.
Die Ausstellung ist zu sehen während der Schulzeiten (montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags bis 12 Uhr) im Atrium des Eifelgymnasiums Neuerburg.