Wie viel Geld soll auf der Strecke bleiben?

Stadtentwicklung : Wie viel Geld soll auf der Strecke bleiben?

Auch der Bauausschuss kritisiert die Straßenbauarbeiten des Bauhofs. Wieder einmal wird im Gremium die Forderung laut, das Budget für Sanierungen aufzustocken.

Perfekt ist es nicht geworden. Das gibt Bauamtsleiter Ralf Mayeres zu: „Aber die Asphaltkolonne hat überall gute Arbeit geleistet, auch wenn sie nicht immer als solche erkennbar war.“ Die Rede ist von den fünf Straßen, die der Bitburger Bauhof im Oktober in Eigenregie saniert hat. Die Diekircher, die Berliner, die Rittersdorfer Straße, die Sauerstraße und „Auf Paulskreuz“ wurden von der Stadt repariert (der TV berichtete). Das Ziel: Die Fahrbahnen verkehrstauglich zu halten, bis ein teurer Vollausbau bezahlt weden kann.

Das Ergebnis der Arbeiten allerdings überzeugte längst nicht jeden. Auch Stadtratsmitglied und Bauunternehmer Jürgen Weiler (CDU) warf der Verwaltung „Flickschusterei“ vor. Das wollten Mayeres und Bürgermeister Joachim Kandels nicht auf sich sitzen lassen und brachten das Thema in den Bauausschuss ein. Zum Schweigen brachte die Präsentation die Kritiker allerdings nicht.

Aber erst die Fakten: Rund 44 250 Euro hat die Verwaltung für die selbstständigen Arbeiten bezahlt. Ein finanzieller Aufwand den Mayeres für „vertretbar“ hält. Hätte eine Deckenerneuerung der Straßen laut dem Bauamtsleiter doch mehr als eine halbe Million Euro gekostet. „Natürlich hat man schlechte Karten, wenn man daneben einen Voll­ausbau sieht“, meint Mayeres.  Er gibt auch zu, dass im Oktober nicht alles glatt ging. Es sei zu spät im Jahr gewesen. Durch die Witterung seien Übergänge verwischt, Kanten zu hoch geworden. Aber die Arbeiten stellten für die Bitburger trotzdem eine Verbesserung dar – und das zum kleinen Preis.

Daran hat CDU-Mann Weiler weiterhin Zweifel: „Ich nenne das was da gemacht wurde nach wie vor Flickschusterei.“ Zum überhöhten Preis habe man eine Deckschicht bekommen, die keine fünf Jahre halte. Ein Vollausbau wäre wirtschaftlicher gewesen. Dem schließt sich Parteikollege Joachim Schneider an: „Was die Leute ärgert, ist, dass aus Schlaglöchern Hubbel gemacht wurden.“ Sigrid Steffen von der SPD glaubt, dass die Arbeiten „höchstens zwei bis drei Jahre halten“.

Die Kritik weist Mayeres zurück. Man hätte die Ruckelpisten nicht länger liegen lassen können, meint der Sachbearbeiter. Die kaputten Fahrbahnen komplett zu sanieren wäre nicht bezahlbar gewesen, auch weil diese stark mit Teer belastet seien und die Entsorgung ordentlich Geld koste.

Deshalb müsse die Kolonne auch nächstes Jahr wieder ran – etwa in der Kleiststraße, der Göthestraße und der Schillerstraße. Diesmal soll die Truppe aber von Mai bis September arbeiten und sich mehr Zeit für die Arbeiten lassen, sagt Mayeres: „Dann werden wir bestimmt ein besseres Ergebnis erzielen.“

Einigen im Bauausschuss reicht das nicht. „Wir müssen das Budget für die Straßensanierung endlich aufstocken“, fordert Weiler. Es müsse Schluss sein mit dem Flickwerk. Stefan Weimann von der Liste Streit gibt ihm Recht: „Ich schäme mich vor den Bürgern, dass wir in Bitburg nur 400 000 Euro zur Verfügung haben.“

Zumindest 100 000 Euro mehr werden im nächsten Jahr in den Haushalt eingestellt. Bürgermeister Joachim Kandels schließt die Debatte mit den Worten: „Wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, dann müssen Stadtrat und Bauausschuss zukünftig anders entscheiden.“

Die Gremien hatten die Asphaltsanierung des Bauhofs im März abgesegnet.