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Wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Hirse unterschieden werden

Landwirtschaft : Das Erklärstück der Woche – Getreidesorten

Pünktlich zum heutigen Tag des Brotes hat uns ein aufmerksamer Leser aus Rittersdorf darauf hingewiesen, dass in unserem Bericht „Die Ernte dieses Jahr ist ein Debakel“ vom Mittwoch, 25. August, in der Bildunterzeile das falsche Korn benannt wurde.

Es zeige keinen Weizen sondern Gerste. Dies sei deutlich an den langen Grannen, den borstenartigen Haaren an den Ähren, zu erkennen. Wir nutzen die Gelegenheit für eine kleine Getreidekunde.

 Weizen.
Weizen. Foto: picture alliance/dpa/Armin Weigel

Weizen ist sowohl weltweit als auch in Deutschland das wichtigste Getreide. Die heute angebaute Form ist eine reine Kulturpflanze, die aus mehrfachen Kreuzungen zwischen verschiedenen Wildformen hervorging. Weizen wird zwischen 50 Zentimeter und einem Meter hoch und hat keine oder wenn überhaupt nur sehr kurze Grannen. Weizen wird meist gemahlen und zu Teig verarbeitet. Weizen ist das wichtigste Getreide in der Brotherstellung. Auch Dinkel, Emmer und Einkorn gehören zu den Weizenarten.

 Gerste.
Gerste. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Gerste ist eine der ältesten Getreidearten. Sie wird zwischen 70 und 120 Zentimeter hoch. Die Grannen können eine imposante länge von 15 Zentimetern erreichen. Das Korn wird vor allem als Tierfutter aber auch zu Malz verarbeitet, das wiederum zum Brennen von Whiskey oder Brauen von Bier wichtig ist. Gerste ist unter anderem aber auch in Müsli zu finden. Brot wird daraus seltener gemacht, weil das Getreide allein nicht backfähig ist.

 Roggen.
Roggen. Foto: picture-alliance/ dpa/Peter Endig

Roggen ist leicht mit Gerste zu verwechseln, wächst aber bis zu zwei Meter hoch und kann an seinen kürzeren Grannen erkannt werden. Die länglichen Ähren sind weicher als die der Gerste. Der Anbau von Sommerroggen ist in Deutschland mittlerweile zu vernachlässigen. Winterroggen wird aber durchaus weiter angebaut. Roggen ist sowohl ein Brotgetreide, wird aber auch zum Brennen von Alkohol wie zum Beispiel im Wodka oder Korn verwendet.

 Hafer.
Hafer. Foto: picture alliance / dpa/Frank Rumpenhorst

Hafer ist von allen anderen Getreidesorten am einfachsten zu unterscheiden. Er bildet keine Ähren sondern Rispen in denen die Körner herabhängen. Die Pflanze wird zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch. Das Korn wird heutzutage vor allem in Müsli oder auch zur Herstellung eines veganen Milchersatzes, der sogenannten Hafermilich verwendet.

 Hirse.
Hirse. Foto: picture alliance / dpa/Frank Rumpenhorst

Hirse ist laut Historikern die erste kultivierte Getreideform. Wie Hafer bildet Hirse Rispen aus. Das Korn wurde einst meist als Brei gegessen. Schon im Mittelalter sank die Bedeutung als Nahrungsmittel, ab dem 18. Jahrhundert ist der Anbau der Hirse und ihre Bedeutung fast komplett von der Kartoffel verdrängt worden.