Kommentar: Wie wir mit Toten umgehen, sollte alle interessieren

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Gesetzlich verpflichtet ist die Stadt nicht, bei Sozialbestattungen in Vorleistung zu treten. Die Kosten solcher Bestattungen trägt das Sozialamt. Bis aber alle Unterlagen vorliegen und das Geld fließt, dauert es der Erfahrung der Bestatter nach offenbar deutlich länger als die sieben Tage, binnen derer ein Leichnam beerdigt sein muss.

Sollen Bestatter und Angehörige bis zum Abschluss der Bedürftigkeitsprüfung mit der Beerdigung warten? Mit dem Verweis der Stadtverwaltung, Bestatter könnten ja abwägen, welche Aufträge sie annehmen, ist es nicht getan. Die Frage, was mit den Leichnamen passiert, ist damit ja nicht beantwortet. Es sagt etwas über unsere Kultur aus, wie wir mit den Toten umgehen. Und die Verantwortung dafür, dass auch arme Menschen einen würdigen Abschied bekommen, kann nicht bei den Bestattern liegen. Das ist eine öffentliche Aufgabe.

d.dettmer@volksfreund.de

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