| 20:41 Uhr

Wild und Raser bleiben eine Gefahr

 Bei mehr als jedem dritten Unfall spielt Wild eine Rolle. Foto: Archiv/Polizei
Bei mehr als jedem dritten Unfall spielt Wild eine Rolle. Foto: Archiv/Polizei FOTO: (e_pruem )
Bitburg/Prüm. Die Polizeiinspektion Prüm hat die Unfallstatistik für das vergangene Jahr vorgestellt. Auffallend oft kracht es, wenn junge Fahrer am Steuer sitzen. Auf Zweirädern hingegen verunglücken immer mehr Fahrer über 45 Jahren. Frank Auffenberg

Bitburg/Prüm Mal sind es nur kleine Parkrempler, dann wieder werden Menschen im Eifelkreis Bitburg-Prüm bei Verkehrsunfällen schwer oder sogar tödlich verletzt - fast immer berichtete der TV über die Ereignisse. Die Polizeiinspektion (PI) Prüm hat nun ihre Unfallstatistik für das Jahr 2016 veröffentlicht, und die hat es in sich.
Besonders auffallend im Altkreis Prüm: Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist erneut gestiegen. Insgesamt wurden die Beamten im Jahr 2016 zu 1610 Verkehrsunfällen gerufen - 51 mehr Einsätze und damit 3,27 Prozent öfter als noch 2015 (1559).
Weniger Verletzte Während die Unfallzahl gestiegen ist, wurden dabei insgesamt im Bezirk der PI (siehe Extra) weniger Menschen verletzt. Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden ist von 161 (2015) auf 153 (2016) zurückgegangen. Insgesamt mussten weniger Menschen medizinisch behandelt werden, auch die Zahl der Leichtverletzten sank von 97 auf 85. Allerdings stieg insgesamt der Anteil an Schwerverletzten von 56 auf 65 an. Aus der Einsatzstatistik lässt sich aber auch eine wirklich gute Nachricht herauslesen: Es starben mit drei Todesopfern weniger Menschen als 2015 (8) auf den Straßen der PI Prüm.
Mehr Unfälle in Ortschaften Eine deutliche Veränderung ist übrigens bei der Lage der Unfallstellen zu erkennen. Ereigneten sich im Vorjahr noch 32 Prozent (500) innerhalb einer geschlossenen Ortschaft, waren es 2016 schon 35 Prozent (572). Die Zahl der Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften stieg zwar um zehn Einsätze auf insgesamt 984 an, sank aber im Kontext um einen Punkt auf 61 Prozent (2015: 974/62 Prozent).
Deutlich seltener als noch 2015 krachte es auf der Bundesautobahn 61: Von 85 Einsätzen sank die Zahl auf 53.
Unfallursachen Wie praktisch jedes Jahr ist wieder bei sehr vielen Unfällen Wild beteiligt. "Man kann das leider fast schon als traditionell in unserer wald- und damit auch wildreichen Gegend bezeichnen", stellt Christoph Cremer, Chef der Polizeiinspektion Prüm, fest. Bei 658 von allen 1610 Unfällen ist Wild mit im Spiel gewesen - das macht 40 Prozent aus und bleibt im Schnitt damit beim Wert von 2015 (629).
Ein Grund für den Anstieg der Unfallzahlen im Innenbereich sei nur schwer herauszufinden, sagt er. "Außerhalb von geschlossenen Ortschaften ist mit zu hohen Geschwindigkeiten ein klares Hauptproblem auszumachen. Warum es in den Orten häufiger zu Unfällen kommt, müssen wir beobachten." Möglichlicherweise spiele Missachtung von Vorfahrtsregeln eine Rolle. 76 Unfälle waren hierauf zurückzuführen (2015:50).
Rausch Ein Rückgang ist an anderer Stelle zu bemerken: 33-mal standen Fahrer bei Unfällen unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder verbotenen Betäubungsmitteln (2015:37).
Auffällige Gruppen Unverändert hoch ist der Anteil von Jugendlichen und jungen Fahrern: An 359 Unfällen (2015:347) waren sie beteiligt. Damit war diese Altersgruppe in fast jeden vierten Unfall verwickelt. Allein der Anteil an Fahranfängern zwischen 18 und 24 Jahren liegt bei 17 Prozent und ist doppelt so hoch wie der Anteil in der Gesamtbevölkerung.
Eine zweite auffällige Gruppe findet sich unter dem Punkt Zweiradfahrer: An den 54 (2015:45) Unfällen mit Motorrädern waren 30-mal Fahrer über 45 Jahren beteiligt - also an mehr als jedem zweiten Motorradunfall. Eine Entwicklung, sagt Cremer, die seit Jahren zu beobachten sei.ZUSTäNDIG FüR FAST DEN GANZEN ALTKREIS PRüM

Extra

Die Beamten der Prümer Inspektion sind zuständig für eine Fläche von etwa 870 Quadratkilometern. Sie umfasst die Verbandsgemeinden Arzfeld, Obere Kyll und Prüm sowie den A-60-Abschnitt zwischen der Ausfahrt Waxweiler und der Grenze zu Belgien.