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Willibrord Gymnasium: Turnhalle wegen Einsturzgefahr geschlossen

Willibrord Gymnasium: Turnhalle wegen Einsturzgefahr geschlossen

Die Turnhalle des Willibrord Gymnasiums ist geschlossen. Statiker können für die Sicherheit der Halle nicht mehr garantieren. Wie es weitergeht, entscheidet sich heute bei einem Krisentreffen von Vertretern des Schulträgers, der Kreisverwaltung, der Schule und Vertretern des Turnvereins und der Volkshochschule, die die Halle ebenfalls nutzen.

Bitburg. Das Gebäude ist alt. Fast 50 Jahre, schätzt Martin Olinger, steht die Turnhalle des Willibrord Gymnasiums schon. Und, das steht für den Kämmerer der Kreisverwaltung fest: "Das Gebäude ist marode." Deshalb plant der Kreis als Schulträger, nicht nur eine Mensa für das Ganztagsgymnasium zu bauen, sondern eben auch eine neue Turnhalle. Die Kostenschätzungen für das Großprojekt, bei dem auch zusätzliche Räume für den Ganztagsbetrieb entstehen, belaufen sich auf gut sechs Millionen Euro. Baubeginn war für Mitte 2014 vorgesehen. Nun hoffen Schule und Kreis, dass es schneller geht. Denn die alte Turnhalle ist zu. Statiker, die die Kreisverwaltung Ende vergangener Woche zurate gezogen hat, können die Sicherheit nicht mehr garantieren.Erst ein Knall, dann der Riss


Eine Gruppe von Schülern war vergangene Woche in der Halle, als es - so erzählt es Olinger - wohl einen "ordentlichen Knall" gegeben hat. "Es war wohl ein recht lautes Geräusch. Der Sportlehrer hat die Klasse vorsorglich nach draußen geführt. Anschließend hat der Hausmeister den Schaden an der Säule bemerkt und die Halle vorsorglich geschlossen", sagt Olinger, der dann mit einem Statiker die Lage vor Ort geprüft hat.
Die Stahlsäule steht im Gymnastikraum im Untergeschoss, ist verzogen. An Decke wie Boden zeigen sich Risse. Die Säule hat nach Auskunft des Statikers keine tragende Funktion. Aber das, was auch immer die Säule belastet hat, könnte an einer anderen Stelle zu einem gravierenderen Problem mit höherem Sicherheitsrisiko - im schlimmsten Fall einem Einsturz - führen. "Wir wollen keinerlei Risiko eingehen. Die Halle bleibt zu, bis das geklärt ist", sagt Olinger. Wie lange das ist, ist offen.
Noch diese Woche erwartet die Kreisverwaltung ein ausführliches Gutachten von Statikern. "Dann wird sich zeigen, ob der Schaden schnell und mit geringem finanziellen Aufwand zu beheben ist oder aber wir die Halle abreißen", sagt Olinger. Er hofft, dass es die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier in diesem Fall ermöglichen werde, dass der Baubeginn vorgezogen werden könnte.
Das Problem: Die Turnhalle ist bereits heute für das mehr als 1200 Schüler zählende Willibrord Gymnasium zu klein, weshalb bereits einige Sportkurse in Hallen der Realschule plus und der ehemaligen Edith-Stein-Hauptschule ausgelagert wurden. Diese Hallen werden auch bereits von der Förderschule Maximin als Ausweichquartier verwendet.
"Die Frage wird also sein, wo und wie wir jetzt noch Ausweichmöglichkeiten schaffen können", sagt Olinger, der deshalb für heute die Schulleiter sowie Vertreter des Turnvereins (siehe Extra) und der Volkshochschule zu einer Art Krisentreffen eingeladen hat. Der Schulleiter des Willibrords, Stefan Bartzen, sagt: "Der Sportunterricht wird wohl erst mal ausfallen müssen." Wie es weiter- geht, entscheidet sich auch für ihn heute bei dem Treffen. Fest steht für alle nur: Niemand will ein Risiko eingehen.
Die Turnhalle des Bitburger Gymnasiums bleibt zunächst mal geschlossen.Meinung

Beim Neubau nicht kleckern
Bitburg braucht eine neue, große Turnhalle. Wie eng und angespannt die Lage ist, zeigt sich nun, da die Turnhalle des Willibrord Gymnasiums aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss. Das stellt nicht nur die Schule vor eine Herausforderung, sondern auch Turnverein und Volkshochschule, die die Halle in den Abendstunden mitbenutzen. Schon jetzt reicht die Turnhalle nicht für den Schulbetrieb des Willibrords, weshalb viele Sportstunden bereits in benachbarte Schulen ausgelagert wurden. Bei einem Neubau sollte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion deshalb ein Einsehen haben und dem Kreis genehmigen, eine größere, sogenannte Drei-Feld-Halle zu bauen. Bis der Neubau steht, könnte tatsächlich die alte Kaserne helfen. Jetzt gilt es, rasch mit Bund und Stadt zu verhandeln. d.schommer@volksfreund.deExtra

Vom Turnverein Bitburg trainieren zwölf Gruppen aus den Abteilungen Volleyball, Judo und Basketball pro Woche in der Turnhalle des Gymnasiums. "Wir brauchen dringend Ausweichquartiere. Die Turniersaison läuft", sagt Andrea Ernst vom Vorstand des Vereins. Sie bringt die Turnhalle der alten Kaserne als Übergangslösung ins Gespräch, "falls das möglich ist". Ausweichen muss auch die VHS Bitburg, die nach Auskunft der Stadtverwaltung acht Kurse pro Woche in der Turnhalle anbietet. scho