WINDENERGIE

Zur Debatte über den Ausbau der Windenergie meint dieser Leser:

"Meine liebe Eifel" oder "Goldgräberstimmung", das sind Schlagworte, die Sorgen ausdrücken. Ich kann Sie verstehen. Es gibt sicherlich zurzeit niemanden in der Eifel der sich darüber nicht so seine Gedanken macht. Aber ist es an der Nord- oder Ostsee, im Hunsrück oder sonst wo nicht genauso schön? Es ist überall schön, wo "Heimat" ist. Können wir verlangen, dass es immer nur den anderen zuzumuten ist die vielfältigen Beeinträchtigungen (Windräder, Industrieanlagen) hinzunehmen? Den Vorwurf von Goldgräberstimmung kann man uns Kommunen jedenfalls nicht machen, da wir alle gemeinsam bemüht sind, die Windkraft in geordnete Bahnen zu lenken. Goldgräberstimmung herrscht allenfalls bei einigen, die sich, wie man in der Eifel sagt, "aus fremdem Leder Riemen schneiden" wollen. Wir als Ortsgemeinde sehen es jedenfalls als die Rettung unserer Finanzen an, es ist sozusagen der rettende Strohhalm. Auf den Dörfern der Eifel laufen uns die Bürger davon. Gründe gibt es viele, vor allen Dingen die hohen Kosten für den Weg zu den Arbeitsstellen in den Ballungsgebieten. Die Dörfer hungern aus. Mit den Einnahmen der Windenergie ist es aber künftig möglich, allgemeine Steuern, Zweitwohnungssteuer oder sogar die Baustellenpreise zu senken. Zudem ist es möglich, die Infrastruktur eines Dorfes erheblich aufzuwerten. Übrigens, die gute Luft in der Eifel ist auch nicht umsonst. Wir investieren in unseren Wäldern mehr, als wir erwirtschaften können. Wie sollen wir denn "Eure schöne Eifel" in dem jetzigen Zustand erhalten, wenn wir am allgemeinen Tropf hängen? Dass die Windkraftflächen so umweltverträglich wie möglich sein sollen und nicht alle Fernblicke behindern dürfen ist auch für mich ein unbedingt einzuhaltendes Kriterium. Walter Schneider, Kerschenbach (Anmerkung der Redaktion: Der Autor ist Ortsbürgermeister von Kerschenbach)