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Windkraft treibt die Eifel an

Windkraft treibt die Eifel an

Erneuerbare Energieträger gewinnen im Eifelkreis weiterhin an Bedeutung. Den meisten Strom produzieren Windkraftanlagen, die in den Verbandsgemeinden Prüm und Bitburg-Land besonders stark vertreten sind.

Bitburg/Prüm. Als die Kreisverwaltung vor drei Jahren einen Energiesteckbrief für den Eifelkreis erstellt hat, konnten rein rechnerisch bereits mehr als 60 Prozent des im Kreisgebiet verbrauchten Stroms mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt werden.

Einen aktualisierten Steckbrief gibt es bislang zwar nicht. Windkraft, Biomasse und Co. wurden allerdings weiterhin stetig ausgebaut. Den größten Anteil an der Stromproduktion aus regenerativen Energien haben dabei nach wie vor die Windkraftanlagen, die 2007 fast 90 Prozent des klimafreundlichen Stroms im Eifelkreis erzeugten.

18 Windräder durch 14 stärkere ersetzen



Inzwischen sind laut Kreisverwaltung 217 Anlagen (2007: 205) mit einer Nennleistung von rund 291 Megawatt (2007: 261) am Netz. Das entspricht ungefähr einem Prozent der installierten Leistung aller Windenergieanlagen in Deutschland. Außerdem hat die Kreisverwaltung 22 weitere Windräder mit einer Nennleistung von insgesamt 43 Megawatt genehmigt (siehe Extra "Serie") und bearbeitet derzeit einige Bauanträge von Investoren, die ebenfalls aus Eifeler Wind Strom erzeugen möchten.

In der Verbandsgemeinde (VG) Prüm, flächenmäßig die größte des Eifelkreises, stehen auch mit Abstand die meisten Windkraftanlagen. Dort drehen sich 87 Windräder mit einer Leistung von 121 Megawatt. Die VG Bitburg-Land bietet dagegen Platz für 52 Windkraftanlagen mit 76 Megawatt Nennleistung.

Wie stark die Leistungsfähigkeit einzelner Anlagen variiert, wird vor allem beim Vergleich der VG Neuerburg und der VG Arzfeld deutlich. Während im Neuerburger Land 34 Windräder mit einer Nennleistung von 24 Megawatt Strom erzeugen, erreichen die 27 Anlagen in der VG Arzfeld bereits 41 Megawatt Nennleistung.

Die insgesamt 16 Windräder in den VGen Irrel (8) und Kyllburg (5) sowie der Stadt Bitburg (3) verfügen über eine Nennleistung von 29 Megawatt. In der VG Speicher stehen keine Windenergieanlagen, und laut Kreisverwaltung gab es bislang auch noch keine Bauanträge. Im Flächennutzungsplan sei zwar ein Standort dafür vorgesehen. Durch die Air Base Spangdahlem könnten dort jedoch ohnehin keine besonders großen Anlagen errichtet werden.

Was den weiteren Ausbau der Windenergie betrifft, sieht die Kreisverwaltung vor allem im sogenannten Repowering große Chancen. Dabei werden ältere Windkraftanlagen durch neue ersetzt, die eine deutlich höhere Leistung erzielen. So sollen etwa in der Nähe von Nusbaum (VG Neuerburg) 18 Windräder mit rund 13 Megawatt Leistung durch 14 neue Anlagen mit 28 Megawatt ersetzt werden.

Um diese Leistungssteigerung zu erreichen, müssen die neuen Anlagen mit einer Höhe von rund 150 Metern jedoch etwa 50 Meter höher in den Himmel wachsen als ihre Vorgänger. SERIE Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien im Eifelkreis beschäftigt sich der Trierische Volksfreund ab heute. In loser Reihenfolge berichten wir darüber, wie viel Strom inzwischen mit Windkraft, Biogas und Photovoltaik im größten Flächenkreis in Rheinland-Pfalz erzeugt wird. Außerdem sollen räumliche Schwerpunkte herausgestellt und ein Blick in die Zukunft gewagt werden: Welches Potenzial steckt im Eifelkreis als Energieregion und wie stark sollen die einzelnen Energieträger in nächster Zeit ausgebaut werden? (jk)ExtraWeitere Anlagen hat die Kreisverwaltung in folgenden Verbandsgemeinden genehmigt: Arzfeld: eine Anlage mit 2 Megawatt Leistung; Bitburg-Land: vier Anlagen mit insgesamt 7 Megawatt Leistung; Irrel: vier Anlagen mit insgesamt 8 Megawatt Leistung; Prüm: 13 Anlagen mit insgesamt 36 Megawatt Leistung. In Kyllburg, Neuerburg und Speicher sowie der Stadt Bitburg sind derzeit offenbar keine weiteren Windräder geplant. (jk)