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WINDKRAFT

Zu unserem Bericht "Gegenwind in der Südeifel" (TV vom 2. März) und den Leserbriefen dazu; zuletzt: "Lasst uns sachlich diskutieren" (TV vom 22. April) schreibt diese Leserin:

Immer stärker dreht sich der Wind gegen Windkraftanlagen in unserem Eifelkreis, der längst sein Soll erfüllt hat und in dem drei Mal so viele Windräder stehen wie im Landesdurchschnitt. Die Landbevölkerung hat erkannt, dass Windräder zwar zunächst finanziell interessant sein können - für Privatpersonen wie auch Gemeinden. Doch diesem Gewinn steht der Verlust durch Wertminderung von Immobilien in der Nähe von Windrädern entgegen. Letztlich kann der Verlust bei Weitem den finanziellen Gewinn übersteigen, vor allem dann, wenn der Abstand zur nächsten Bebauung nur 650 Meter beträgt bei 200 Metern hohen Stahlriesen. Noch tragischer ist das im Forst wie auf dem Ferschweiler Plateau, wenn 3500 Tonnen Stahlbeton für die Fundamente in den Boden gestampft werden (die ewig dort bleiben) und pro Windrad ein knapper Hektar Wald abgeholzt werden muss - von der Windbruchgefahr ganz zu schweigen. Unverzeihlich und nicht wieder zu reparieren ist der Eingriff von Windrädern in eine bedeutende, Jahrtausende alte Kulturlandschaft. Von hier kamen die Treverer nach Augusta Treverorum. Darf man in ein so sensibles noch keineswegs archäologisch zu Ende untersuchtes Waldgebiet mit keltischen sowie römischen Gräbern und Weihedenkmälern, mit römischen Villen in Bollendorf und Holsthum, mit außergewöhnlichen Felsformationen und prähistorischen Inschriften, mit erstklassischen Baudenkmälern wie die Schankweiler Klause und das Schloss Weilerbach und deren Umgebung, rotierende Stahlriesen setzen? Nein auf keinen Fall! Marie-Luise Niewodniczanska, Bitburg (die Verfasserin ist Mitglied der FDP im Kreistag des Eifelkreises Bitburg-Prüm sowie im Stadtrat Bitburg)